wenn kriege in kinderherzen keimen

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die landzunge streckt sich noch immer weit hinaus ins meer
der untergehenden sonne entgegen schlürft am flutsaum
und lässt sich von den anrollenden wellen die ränder lecken

als streunende schlüsselkinder spielten wir oft in den dünen
waren soldaten in den betonbunkern zielten mit astgewehren
auf tiefanfliegende möwen ahmten ratternd mg-salven nach

im sommer zündelten wir mit trockenem seegras schickten
rauchzeichen in den himmel beschmierten uns die gesichter
mit ruß um im ernstfall den invasoren das fürchten zu lehren

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Kommentare

10. Mär 2020

Ein Kinderspiel scheint heut der Krieg -
Man bombt sich virtuell zum Sieg ...

LG Axel

11. Mär 2020

Hallo Axel,
ein Spiel bei dem keiner gewinnt,
wenn man Kindern die Seele nimmt.
LG
Manfred

11. Mär 2020

großartig geschrieben; habe mich -wenngleich wir Indianer oder Cowboys waren- an meine eigene Kindheit erinnert!

11. Mär 2020

als kind erkennt man nicht die not
und spielt ganz einfach sorglos tot
doch was das heißt wird später klar
das spiel der kinder spiegel war

Herzliche Grüße
Ella

11. Mär 2020

Hallo Peter,
früher waren es Erzählungen der Älteren oder Abenteuerromane, heute sind es Computerspiele. Krieg gehört nicht in Kinderzimmer sondern in den Schulunterricht, damit die jungen Menschen aufgeklärt werden, warum es immer noch Kriege auf der Welt gibt.
Danke fürs Reflektieren und LG
Manfred

Hallo Ella,
danke für die treffenden Verse.
LG
Manfred

11. Mär 2020

Hallo Manfred, dein Gedicht ist für mich, eine Szenerie, in der Normandie?
Genauso stelle ich es mir vor. Ein „ernstes“ Spiel – das war, ist und bleibt.

Liebe Grüße
Soléa