Mitsommergedanken

von Yvonne Zoll
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Im roten Pausenpunkt Zitronensommeratem
Im bunten Fenstertürenglas so blind verstaubt
und müde Meer geträumt im Weihrauchduft
Verwester Trockenzimmerflüge

Prunkvoll flirrt die Atemzügepause
Im just vergangenen Moment
Und kostbar blitzt barfuß der Donner
zum ausgeschöpften Knopflichtkeckern

Längst im halb begehrten Schatten
Liegt mein Rasterblütensinn
Begraben jenes topfverpflanzte Sehnen
Im verwunschnen Schwindegarten

Eingefriedet wie die Wicken
Ruht mein Mauerblümchensegler
An der Wand umzäunten Winkelrosenstücks
Im Buchsbaum sucht erhebendes Verwildern

Eingefasst in Grabesruhe auf bemoosten Linden
Wurzelnd kräuterduftgewürzte Nasen
Schmiegt sich gepflückter Sauerampferwein
Zergehend ungewohnt an Gänsegaumen

Und im Orgelklang der Finstervogelstunde
Zur Grillenlichternacht fliegen meine
Schnuppen durch den Halbmondabend
Erwählt von tiefsten Tiefen leis gelacht

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Kommentare

11. Aug 2018

Hab mich wohlgefühlt, in jeder deiner Strophen …

Liebe Grüße
Soléa

11. Aug 2018

Jede Strophe ist etwas Besonderes - besonders schön gefasst in der Neuschöpfung fantasievoller Worte, über die niemand so leicht hinweglesen, sondern sich seine ureigenen Gedanken machen kann. Und das Poem endet mit einem begnadeten Vers. Ein edles Gedicht, fürwahr. Lieben Dank dafür.

LG Annelie

14. Aug 2018

Mit leichter Verspätung leider:

Vielen herzlichen Dank für den Ausdruck deines sinnliches Empfindens - es freut mich sehr, wenn jemand in meinen Worten so badet wie ich ;-)...

LG Yvonne