Bauen und Ernten

von Alf Glocker
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Wer das Feld bebaut, der soll es auch beernten,
denn seine Mühen sind darin versteckt –
er kann dann später noch den weit Entfernten,
was schicken, das auch ihnen schmeckt!

Doch keiner soll im Ernst behaupten wollen:
Was du getan hast, soll deines nicht mehr sein!
Nicht Mühe machen, heißt nicht aus dem Vollen,
stets schöpfen – denn nicht alles ist gleich mein!

Wenn ich mein Haus zerstöre, darf ich wohnen,
wo’s mir gefällt? Die Erde ist ja riesengroß!
Warum soll ich die nur vom Überfall verschonen,
die ihre Häusersorgen, wegen Fleiß schon los?

Ich bin und deshalb geh ich alles okkupieren!
Vor mir und meiner Brut ist nichts in Sicherheit!
Da ich gewinne müssen diese Leut‘ verlieren,
was sie sich schufen, in der aufgebot’nen Zeit!

Natürlich gibt es gute Gründe, um zu teilen,
was man erfand, was man erreichte auf der Welt.
Doch sich an eig‘nen Bräuchen aufzugeilen,
ist falsch, im fremden Land, wo’s nicht gefällt.

Da lebt man wenigstens nach deren Regeln,
die dort die Felder bauen und bestellen.
Wer das nicht tut, der wird gezählt zu Flegeln!
Mit solchen Hunden sollte kein Mensch bellen!

Denn ernten kann man nur, was selbst bedacht,
als Früchte einer Logik, reif und gut entsteht!
Nicht einfach wild und hektisch, über Nacht,
sich dort verbreiten, wo der Wind so anders weht!

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