Du hast geweint …

von Annelie Kelch
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Du hast geweint, mein Lieb', im Auge noch die Träne,
doch als ich fragte, flog ein Lächeln über dein Gesicht.
Mir tut das Herz so weh, seit ich dich traurig wähne:
Sag, was ist los mit dir, weshalb verzeihst du nicht …

Ich weiß, mein Lieb', die Fehler, die ich damals machte
- fünf Finger reichen dafür leider noch nicht aus -
hab' ich bereut bei Tag und Nacht, sobald ich an dich dachte.
Sag, wann bist du soweit, verlässt dein Schneckenhaus ...

und hörst mich an, ich habe dir so vieles zu erzählen,
womit ich dich dein Leben lang verschonen wollt'.
Hätt' ich nur einen Wunsch noch frei, ich würde wählen,
dass du geliebt wirst, wie kein Mensch zuvor, bis Gott dich holt.

Doch manchmal schleichen sich in mein Erinnern helle Tage,
die nimmer enden wollen, weil wir damals glücklich waren.
Dann ziehen dunkle Wolken auf und ich erhebe Selbstanklage:
Du fällst das Urteil über mich und darfst es offenbaren.

geschrieben und korrigiert am 11.07.2017

Quelle: pixabay
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Kommentare

11. Jul 2017

Auch wenn der Text im "Schatten" steht -
Ein warmer Schein von ihm ausgeht ...

LG Axel

11. Jul 2017

Dank, lieber Axel, dir, für einen Kommentar,
dort, wo viel Licht gewesen ist, einmal auch Schatten war.

Liebe Grüße,
Annelie

11. Jul 2017

Rührend, berührend und sehr intim. Kann nur das Beste wünschen.

LG Monika

11. Jul 2017

Danke, liebe Monika, ich denke, ich bin auf dem richtigen Weg,
indem ich die Hoffnung und mein Bemühen nicht aufgebe -
und von ganzem Herzen liebe.

Liebe Grüße an dich und Nube,
Annelie

11. Jul 2017

Ein eindrucksvolles persönliches Gedicht, liebe Annelie. Wer auch immer gemeint ist, er oder sie, wird es hören - und berührt sein.

Liebe Grüße, Marie

11. Jul 2017

Liebe Marie, herzlichen Dank für einen einfühlsamen Kommentar und deine Worte - in Gottes Ohr.

Liebe Grüße zu dir,
Annelie

12. Jul 2017

Liebe Annelie, Dein Werk ist sehr tief, das, obwohl ich bestimmt nicht gemeint bin, mich angesprochen fühle und überlege, wer auf der Welt so an mich ran treten könnte.

Viele liebe Grüße
Soléa

12. Jul 2017

Liebe Soléa, danke für deinen interessanten Kommentar. Genau das habe ich mich auch gefragt - und ich habe tatsächlich mehrere Personen gefunden, die mich - grundlos - bereits als Kleinkind in einem Maße betrübt (ein sehr schwaches Wort dafür) haben, dass ich mehrmals am Boden zerstört war und nicht mehr ein noch aus wusste. Diese Personen haben das möglicherweise gar nicht bemerkt in ihrem unglaublichen Egoismus und aufgrund ihrer Gleichgültigkeit anderen Menschen gegenüber - denen ging es hauptsächlich darum, ihre Ziele durchzusetzen - und sie würden nie und nimmer auf diese Weise an mich herantreten, weil ihre sogenannte Liebe ledigllch auf Zerstören bedacht war. Aber das ist längst vorbei - und ich habe auch das verziehen - aber mit einem sehr bitteren Beigeschmack.

Liebe Grüße und einen schönen Tag,
den ich zu dir durch diesen Regen hier hinüberpuste,
Annelie

07. Mai 2018

Wunderbar in Verse gesetzt, wie die Gedanken um Gefühle Licht und Schatten zeigen.
Wünsche, Gefühle zu zeigen und zu leben werden oftmals von bitterem Geschehen in einen Kasten gesperrt, der Abwarten heißt.
Liebe Grüße Flo

08. Mai 2018

Danke, liebe Flo, für Deine guten Worte. Weißt Du ... genau das mache ich: Ich trinke eine Menge Tee - und warte.

Liebe Frühlingsgrüße zu Dir,
Annelie