Mai-Gedicht der Künstlergruppe 14 Zoll: „ALLES NEU“

von Axel C. Englert
Mitglied, Moderator

ALLES NEU?!

„Alles neu“ macht der Mai?
So ein Quatsch: ICH WILL FREI!
Nie mehr RENOVIEREN!
Will mich verlustieren …

(Der APRIL macht was er will:
Und ich mach mich zum MANDRILL?!)
[Juni, Juli und August
VERStehen meinen Arbeits-Frust …]

© Axel C. Englert

Gelungen?

Wieder sonntägliche Stille,
kein Geschiebe, kein Gedränge,
keine atemlose Enge
in den Straßen, auf den Plätzen,

dafür sprachloses Entsetzen,
Fremdregiment und fremder Wille,
uns von außen aufgezwungen,
Wirtschaftszwänge, die uns lähmen ...

Atem holen, Rücksicht nehmen,
neue Ordnung, neues Denken,
auch neues Beachtung-Schenken:
„Alles neu" ist uns – gelungen?

© noé/2020

Neue Chance

Alles neu in die Nacht geschrieben,
den verlebten Tag aufgefangen,
dem Neuen ein Asyl gegeben.

Bilder, die ich vorher nicht gekannt,
verwandelten sich in Noten
und erklingen in Liedern,
die niemand zuvor jemals gehört.

Sie erinnern an Begegnungen
und Stimmen unendlich fern
von hier, doch dem Herzen so nah.

Sie lassen uns furchtlos in das
Stundenglas blicken,
als hätten wir noch eine Chance.

© Angélique Duvier
April 2020

Auf das Neue, fertig, Los!

„Auf ein Neues“, sprach das Alte,
„werkle, grüble und gestalte –
und erkenn die Sachverhalte,
wenn sich vor dir Zeiten dehnen …
du darfst einen Traum erwähnen!“

Dann erfüllt sich barsch der Plan,
im bereits bekannten Wahn –
und du staunst nur grandios!
Du bist klein und es ist groß –
dein nicht von dir gewähltes Los!

Lass dich treiben, „Alles gut!“,
lügt man dir in deinen Hut
und es gefriert dein heißes Blut,
denn du stehst ganz an der Wand –
hast gebaut auf puren Sand!

Ja, was wird man mit dir machen?
Du bist nichts in diesem Rachen,
der bestimmt, was nun geschieht!
Neues, das dich einbezieht,
hebt die Stimmung – stets verfrüht.

© Alf Glocker

Zyklus des Lebens

Aus der Erde brauner Krume
schiebt sich langsam eine Blume,
hin zum Lichte will sie streben,
denn ihr Ziel ist es zu leben!

Entstanden aus dem Samenkorn,
ward ein Pflänzchen neu geborn,
wächst heran und blüht, vergeht,
Samen wird vom Wind verweht.

Fällt, dringt in den Boden ein,
wenn im Lenz der Sonnenschein
wärmt das Land, wächst es heran,
womit der Zyklus neu begann!

© Sigrid Hartmann

Alles neu

Frühling ist's, der endlich lacht
und erneut sich breit gemacht.
Schluss mit Schnee und Eisesnöten!
Endlich ging der Winter flöten.

Wurd auch Zeit – die steifen Glieder
sehnen sich nach Wärme wieder.
Lässt uns raus, Natur genießen.
Seht, wie jetzt die Blumen sprießen;

wie die Bäume zart ergrünen,
die noch gestern nackt erschienen.
Herrlich! Frühling ist uns treu
– macht, wie immer, alles neu.

© Corinna Herntier

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Interne Verweise

Kommentare

15. Mai 2020

Applaus für Euch!

Werfe ein paar Grüße auf die Mai-Bühne,
Monika

15. Mai 2020

Tolle Gedichte! So vielfältig wie inspirierend!
--
Was war ist kollektiv
Anders noch nie gewesen
Betretene Distanzen
Verstörte Sakrilege
Im zerfetzten Universum
Was bleibt ist nie gewesen
Und auch nicht angemessen was
Ist bleibt in Bewegung geschrieben
Im Monolog von Intuition, wie
Ausgeweitet zum Spaziergang
Auf nächtlicher Straße
im frostenden Mai

LG Yvonne

16. Mai 2020

Für diese Kollektion an "ALLES NEU" fällt mir nur ein Wort ein:

WERTVOLL!

Ganz liebe Grüße an euch, Katharina

18. Mai 2020

Auch von meiner Seite: Ich freue mich über die Anerkennung der Leser und deren (positive) Kommentare!
Danke euch!