Winterreigen

von Annelie Kelch
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Im Winterfrost vergeht den Flüssen die Lust am Fließen.
Das Wasser kräuselt sich nicht mehr und friert zu Eis.
An den Ufern sieht man statt Gräsern Hundekot sprießen,
der in Tütchen geschaufelt gehört, wie ein jeder wohl weiß.

Regen begleitet den Wind oft genug auf seinen Reisen,
ungemütlich weht es dich schon vor der Haustüre an.
Ins Vogelhäuschen verkriechen sich Amseln, Spatzen, Meisen,
bei Glatteis gelangt man ans Ziel sicherer mit der Bahn.

Im Winter stirbt es sich leichter als im jubelnden Frühjahr,
weil man im Mai sich schon auf den hellen Sommer freut.
Licht und leicht fühlt es sich an, Schatz, dein schlohweißes Haar.
Jeden Morgen fleh' ich zu Gott: Schick den Tod ihm bitte nicht heut'.

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