von einer parkbank aus gesehen

von Manfred Peringer
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von fern grollt die brandung in den auslaufenden wellen
flieht ein schwarm heringe vor laut bellenden silbermöwen
auf dem markt sind austern und taschenkrebse im angebot

im blendenden schein der junisonne fallen türkentauben
wie tot vom himmel erst das von windrädern getaktete licht
fängt sie ein und bringt ihren lebensfilm wieder zum laufen

junge bordsteinschwalben lassen männerherzen hüpfen
auch wir lehnen wechselseitig erregt die körper aneinander
auch wenn die vielbeschriebene liebe von lyrikern selten hält

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Kommentare

16. Jan 2019

Der Parkbank-Blick
Verdient den Klick!

LG Axel

16. Jan 2019

Hallo Axel,
danke, auch wenn nicht jeder Film ein Happy End hat.
LG
Manfred

17. Jan 2019

Momentaufnahme, die eindrückliche schnelle Bilder erzeugt, so, wie ich es von Deinen Gedichten kenne, an den letzten beiden Zeilen knabbere ich noch ...

LG Marie

17. Jan 2019

Hallo Marie,
ja so ein Rundblick von der Parkbank aus, ist wie ein Freilichtkino mit der Sonne und dem Windrad als Projektor. Ich denke, LyrikerInnen lieben nicht anders alle andere, sie sind vielleicht nur öfter auf der Suche nach dem Schönen. :)
Danke fürs Hineinspüren und LG
Manfred

17. Jan 2019

Die ersten beiden Verse, Manfred, erinnerten mich leicht an Hitchcocks "Vögel", die ich neulich erst wieder sah. Dann aber ja ... dann kommt ein Schwenk ... wonach ich an Borchert, vereinigt mit Kuttel Daddeldu, gerne denk.

Dank geht an Dich für das gute Gedicht.

LG - Annelie

17. Jan 2019

Hallo Annelie,
Hitchcocks Vögel hatte ich zwar nicht im Sinn, aber wenn ich bei Dir Erinnerungen an Borchert und Ringelnatz wecken konnte, freut mich das ganz besonders.
LG
Manfred