Wehmut am Abend

von Robert K. Staege
Mitglied

Vom Kirchturm war schon längst verklungen
des Abendläutens Glockenschlag,
wir beide gingen eng umschlungen
vom Dorf hinan zum nahen Hag.

Du blicktest auf des Weihers Blinken,
sahst lange einer Schwalbe nach,
und ließest stumm die Wange trinken
ein Zährlein, das dem Aug‘ entbrach.

Wir trugen unsre Schmerzgebinde
ganz fest umschlungen mit uns fort;
weh blickten wir ins Laub der Linde
und redeten kein einz‘ges Wort.

Geschrieben am 16. Oktober 2018

Rechtshinweis:
Dieser Beitrag ist urheberrechtlich oder durch Copyright geschützt und darf ohne Genehmigung nicht verwendet werden.

Interne Verweise

Mehr von Robert K. Staege online lesen

Kommentare

16. Okt 2018

Zähre, wie lange ich dieses Wort nicht mehr gehört habe.
In meiner Mundart ist das ein ganz normales Wort, aber da ich meine Mundart kaum noch spreche, habe ich das Wort lange nicht mehr gesagt oder gehört.
Wie schön es hier bei Dir zu finden.
Ich hoffe, dass das Zährlein inzwischen wieder getrocknet ist ;)

Lieben Gruß,
Ella

17. Okt 2018

Wie ein Fluss, die Worte und Gedanken, so fein und reißt doch mit!
LG Uwe