Ertränkter Traum

von Dami K.
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Unter der Dusche mit geschlossenen Augen trifft mich Amors Pfeil,
ich brech´ zusammen auf der Stelle.
Aufgeweckt durch eines Wasserfalls Plätschern, türkisblaues Wasser mit weißen Seerosen,
auf einer sitzt eine blauviolett leuchtende Libelle.
Noch etwas benommen sehe ich verschwommen eine Frauengestalt,
wie eine Nixe schwimmt sie im Wasser und macht direkt vor mir Halt.
"Wo bin ich? Wer bist du?", ich seh´ in ein Engelsgesicht,
"Du hast mich gerufen, schriebst mir sogar ein Gedicht!"
Ist es der Rotwein von gestern, unter dessen Einfluß meine Wahrnehmung steht?,
doch nach dem honigsüßen Kuss der letzte Zweifel geht.
Der See wird unserer großen Leidenschaft bald zu klein,
drum muss es der weite wilde Ozean sein,
auf dessen Grund sich unsere Körper wälzen
und zu einem Fleisch verschmelzen.
Es wurde für mich zu einem gefährlichen Spiel,
so dass ich zu lang der Verführung verfiel.
Das Wasser ist zwar einer Nixe Element, doch mir ist diese Welt noch völlig fremd.

Es war zu spät, mir ging die Luft aus, ich ertrank.
Ich öffne die Augen, steige aus der Dusche,
hol´ mir ein frisches Handtuch aus dem Schrank.

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