Nächtliches Raunen - 7 Heiku

von Marie Mehrfeld
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Nachtwind rüttelt zaghaft.
Verweht zerbrochenes Denken.
Atem der Ahnen.

Vergangene Zeiten
von Wehmut verschleiert.
Stunde der Geister.

Rostige Ketten klappern
klagend am rissigen Tor.
Bäume im Schlaf.

Lodernde Lettern
umranken die blassen Äste
und rufen nach euch.

Vergeblich auch
die Melancholie der
Mücke im Bernstein.

Die tiefen Töne in mir.
In Stiefeln der Flucht seid
ihr nun hinter Bergen.

Traum im Schatten der Buchen.
Dazu das geköpfte Licht
der Sichel des Mondes.

Quelle: Fotos kostenlos, bearbeitet

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Kommentare

18. Aug 2017

Liebe Marie

Dein nächtliches Raunen, birgt in mir viel Staunen.
Und mit dem Bild deiner Sichel, vom "Mondes-Michel",
werden deine Zeilen abgerundet,
Stunde der Geister werden gestundet.
und was sonst deine Dichterkette meldet
wenn man sie liest, mir Freude spendet !

Gerne gelesen,
als sei ich dabei gewesen !

Lg
ALFRED

18. Aug 2017

Gerne gelesen, als wärst du dabei gewesen,
wie schön, lieber Alfred - danke.

Liebe Grüße - Marie

18. Aug 2017

Die Nacht umfängt uns, samten weich,
sie trägt uns in der Träume Reich …

danke, Axel!
Liebe Grüße - Marie

18. Aug 2017

Marie, heute mit leichtem „Celan-Touch": ( ... in Stiefeln der Flucht seid ihr nun hinter den Bergen.") gefällt mir ausgezeichnet - ganz besonders auch „die Melancholie der Mücke ...".

Liebe Grüße,
Annelie

19. Aug 2017

Guten Abend, liebe Annelie, nein, ich bin nicht auf den Spuren von Paul Celan, kenne von ihm nur die eindrucksvolle "Todesfuge", das mit den Stiefeln ist ganz auf meinem Mist gewachsen.
Lieben Dank und Gruß - Annelie

18. Aug 2017

Liebe Marie, egal, ob du „nur" die Todesfuge von Paul Celan kennst oder nicht - auf jeden Fall hätte auch Celan das „mit den Fluchtstiefeln hinter den Bergen" schreiben können. Ich weiß das, weil ich fast zwei Jahre lang (fast) nur „Celan" gelesen habe samt Sekundärliteratur und Biografien. - Dass das auf deinen „eigenen Mist gewachsen ist", war mir von vornherein klar.
Ich schiebe es mal auf das miese Wetter, dass du heute eine kleine Mimose bist.

Liebe Grüße,
Annelie

18. Aug 2017

Liebe Annelie!!! Kein Stück schlechte Laune habe ich, freue mich über deine Gedichte, deine Mitteilungen an mich, deine Lebendigkeit und enorme Bildung in Sachen Literatur, dagegen scheine ich ein "Waisenmägdelein" zu sein.
Und das Wetter - ist mir lieber als zu heiß, ich denke mit Anteilnahme an Portugal, wo die Wälder immer weiter brennen ...
Liebe Grüße und einen sehr guten Abend - Marie

18. Aug 2017

Liebe Marie,
auch bei mir ruft die Melancholie der Mücke im Bernstein
ein seltsames, schönes eben vielleicht ein melancholisches Gefühl hervor.
Danke liebe Marie für diese schönen Zeilen.
Vera Muschelhorn

18. Aug 2017

Danke für deine Worte, liebe Vera, das Gedicht entspringt einer leicht melancholischen Grundstimmung, die vielleicht mit dem dauerverregneten Sommer zu tun hat ... im Übrigen freue ich mich ganz besonders darüber, etwas von dir zu hören und wünsche ein gutes Wochenende!

Herzliche Grüße - Marie

18. Aug 2017

Liebe Marie, da hattest du ein gutes Händchen…! Besonders dein letztes Haiku hat es mir angetan…!

Liebe Grüße
Soléa

18. Aug 2017

Liebe Soléa, danke für deine Worte -
"ein gutes Händchen" gefällt mir -

liebe Grüße - Marie