Rede an den Herbst

von Annelie Kelch
Mitglied

Tauben – im Nebel
unbegrenzter Redezeit ...
besprechen den Herbst:
Am gegenüberliegenden
Ufer – nichts Neues ...
Auch dieser Morgen – ohne Wiederkehr
Der Schiffsverkehr hat das graue Winterkleid
im Schlepptau, Mohn senkt die letzten zitternden Lider –
die Keilschrift der Möwen: verblasst; ein Fisch
drunten im Strom wärmt sich die Flossen ...

auch meine Hände: bleich wie ein Totenhemd.
Nun springt keiner mehr – niemand mehr ...
verstrickt sich in den Reusen unerwiderter Liebe.
Zwischen unseren Atemzügen: Waffenruhe.
Nichts zecht mehr, nichts klirrt vor dem großen Frost.

Quelle: pixabay, bearbeitet, copyright: Annelie Kelch
Rechtshinweis:
Dieser Beitrag ist urheberrechtlich oder durch Copyright geschützt und darf ohne Genehmigung nicht verwendet werden.

Interne Verweise

Kommentare

18. Nov 2017

Geschrieben sprach gebannt das Wort -
Der Herbst, er-kannte sich. Sofort!

LG Axel

18. Nov 2017

Vielen Dank, Axel und Sabrina, für eure freundlichen Kommentare.

LG Annelie

18. Nov 2017

Die Tauben im Nebel, erinnern an Waffenruhe,
und ich komme wieder in meine Winterschuhe!
Brauche mich nicht mehr fürchten vor dem Frost,
ich stampfe im Schnee, und ab geht die Post!

18. Nov 2017

Lieber Alfred, danke für deinen Kommentar. Ich wünsche dir viel Schnee, darin du stapfen kannst. Das ist gesund und hält dich jung.

Liebe Grüße,
Annelie

18. Nov 2017

Daran wärmt man gerne die kalten Flossen, feine Poesie.

LG Ralf

18. Nov 2017

"Der Schiffsverkehr hat das graue Winterkleid im Schlepptau" -
einrdruckvoll poetisch, liebe Annelie, auch das Foto - passend,
liebe Grüße - Marie

18. Nov 2017

Liebe Marie,
danke für deinen "charming" Kommentar. Lieb von dir, dass du ein Auge zugedrückt hast. Die Zeilen auf dem Foto enthalten einen Fehler: "unerwiedert" - echt peinlich, dass mir das "e" da reingerutscht ist.

Liebe Grüße,
Annelie

18. Nov 2017

Trübe Sicht wohin man schaut -
Der Herbst so manch gute Stimmung klaut ...

Herzliche Grüße in deinen Abend
Soléa

18. Nov 2017

Danke, liebe Soléa, für deinen Kommentar. Heute macht der Herbst auch mich müde und traurig. Deshalb lege ich mich bald ins Bettchen zum Lesen und Schlafen.

Liebe Grüße,
Annelie

19. Nov 2017

Und trotzdem tut es gut,
auch in dieser trüben Suppe,
die goldenen Zeiten nicht vergessen,
die nun platt und braun verschmutzt
am Boden liegen in ebendiesem Nebel
Wie viele Seiten hat er noch
so eindrucksvoll beschrieben...

LG

Yvonne

20. Nov 2017

Danke, liebe Yvonne, für deinen sehr poetischen Kommentar. Selbst der Nebel kann die Vergänglichkeit, die uns der Herbst drastisch vor Augen führt, nicht verhüllen.

LG Annelie

20. Nov 2017

Unwillkürlich läuft mir ein fröstelnder Schauer beim Lesen dieser Herbstimpression über den Rücken. Mehr noch bezaubert und erstaunt mich die Kraft dieser Posie im Erzeugen tiefer Gefühle. Mein Kompliment, liebe Annelie.

Liebe Grüße,
Monika

20. Nov 2017

Liebe Monika, dein Kommentar ist - wie alle deine Kommentare - sehr charmant und tut mir gut. Vielen, vielen Dank.

Liebe Grüße,
Annelie