Sommerende

von Annelie Kelch
Mitglied

Welke Blütenblätter
zusammengekehrt
auf dem Straßenpflaster
erloschene Anmut
Schlusslichter des Sommers

Dein Lächeln
zerreißt mir das Herz
stört meinen Frieden
Zu wenig wissen wir
voneinander, um uns
wirklich zu lieben

Aus deinen Augen
trinke ich Wasser und Welle
einen Becher Heimat
vergangenes Glück
Du weckst die Wiesen –
die schimmern grün
in meinen

Unser Leben ist
wie Ebbe und Flut –
mit Herbststürmen
auch im Sommer

Ich möchte nach jedem Streit mit dir
sterben – wie der Morgennebel,
der sich über unsere Liebe senkt
mit unerklärlichem Schmerz;
aber du lässt mich nicht gehn ...

Ignorierst meine Fragen:
Sie stehen im Raum wie
ehemalige Geliebte, die
wir verlassen haben
Ich weiß nicht, wohin mit ihnen

Die Nacht muss kommen ...
und sie kommt
als Schiedsrichterin:
Wort für Wort
finden wir wieder zueinander
Du erinnerst mich an die
Endlichkeit des Lebens
als ob ich das nicht selber wüsste ...

Auch Tiere entwickeln sich weiter …
Irgendwann werden sie weniger Hunger
verspüren und ihre Artgenossen am
Leben lassen, dann gnade uns Gott

Weshalb weinst du eigentlich nie,
wenn du traurig bist, mein Lieb?

Quelle: Pixabay
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Interne Verweise

Kommentare

21. Aug 2017

Der Sommer geht - doch bleibt:
Wenn man so darüber schreibt ...

LG Axel

21. Aug 2017

Der Sommer regnet sich zugrunde;
ich gehe langsam "vor die Hunde".
In diesem kühlen Sommernass
vergeht der kleinste Lebensspaß.

LG Annelie

21. Aug 2017

Ein wehmütig stimmendes poetisches Endsommer- und Beziehungsgedicht, das mich sehr berührt, Annelie, danke dafür ...

Liebe Grüße - Marie

21. Aug 2017

Immer gerne bereit, dir eine Freude zu machen, liebe Marie, und sei es auch nur mit einem Gedicht.

Ganz liebe Grüße zu dir,
Annelie