Früchte reif und bitter

von Soléa P.
Mitglied

Kopf und Körper sind sich einig –
im Erschöpfungszustand gleich.
Müde die Glieder – leere Gedanken
gehen Hand in Hand –
völlig resigniert nach Haus.
Brauchen dringend eine Pause,
von der schrillen Welt –
in der so wenig zählt,
in der sich alles dreht und wendet –
wie es jedem Einzelnen beliebt,
denn … die Zukunft, wird gerade versiebt.

Aalglatte Bonzen und Despoten
gehörten sofort und für immer verboten.
Auch, wenn sie nur die Spitzen sind.
Heut zündeln und morden unsere Kinder,
in Schulen geht das Mobben ab.
„Moral“ – ein fremdes Wort,
über das augenscheinlich die halbe Welt lacht.
Im Internet – wird gehetzt –
angeworben – manipuliert – keiner kann ahnen, was da noch passiert.

Erst wenn wir unser eigener Herr nicht mehr sind,
nur fremde Köpfe wissen, wer du bist, ich bin,
dann ist eh alles zu spät …
die Manipulation, die einst gesät,
trägt Früchte reif und bitter – verbreitet sich nicht nur über Twitter.
Macht sich im Fernsehen lange schon stark,
es fing mit der Reklame an.
Auch sie verspricht selten, was man erkennt,
aber schwachen Fleisches es zum Kaufen drängt.

Wir schwimmen im trüben, zähen Strom,
keiner bemerkt den anderen.
Es bräuchte dringend frische Luft,
die unsere Hirnzellen aktiviert –
erkennen, was tatsächlich passiert –
fangen an zu denken und
schnuppern Morgenduft.

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Interne Verweise

Kommentare

22. Jul 2018

Du bringst es in Deinen guten Worten gekonnt zum Ausdruck, liebe Soléa, ich teile Dein Gedicht Wort um Wort und grüße Dich herzlich.

Marie

22. Jul 2018

Vielen Dank, Marie für Dein Verstehen und teilen meiner Zeilen …

Sei herzlich gegrüßt
Soléa

22. Jul 2018

Liebe Soléa, viele Erwachsene sind Mobber, und Kinder, um die sich niemand richtig kümmert, ahmen sie nach. Das ist wohl der Lauf der Welt. Es wird wohl auch viel lieber getratscht, als dass man sich Gedanken über irgendetwas macht. Das ist das falsche (sich) Kümmern. Gekümmert werden sollte sich dort, wo es notwendig und erwünscht ist ... Flüchtlingshilfe etc. Das falsche Kümmern kann auch Aufdringlichkeit sein. Ich denke, dass ich mich genug gekümmert habe. Wir hatten früher fast jeden Tag Kinderbesuch, auch oft Kinder zum Mittagessen bei uns, auch mal ein Kind aus einem Heim, uns um ein kleines süßes Mädchen gekümmert, dessen Vater im Gefängnis eine Haftstrafe verbüßte, mit vielen Geburtstagsgästen Jahrmärkte besucht etc. Die finanziellen Kosten waren uns egal. Ich habe ja später auch gearbeitet - oft im Akkord am Computer und meinen KollegeInnen geholfen, wo ich konnte. Jetzt kümmere ich mich ums Lesen, Schreiben und Malen. Das wollte ich eigentlich schon von Kind an. Kürzlich sah ich im Internet, dass irgendjemand meine Geschichte "Als meine Heimat unter Wasser stand" mit einer Pornoseite, darin sogar, in einem anderen Zusammenhang, der Bachmannpreis erwähnt wird, in Verbindung gebracht hat, eine andere Webseite hat sich eines meiner Deichgedichte bedient, wovon ich auch nichts wusste; aber diese Website ist wenigstens solide. Dagegen kann man wohl nichts machen. Aber mich regt das schon überhaupt nicht mehr auf. - Danke für Deine Zeilen. Lesen regt das Denken an; aber es wird kaum noch gelesen; da kann so manches Blüten treiben, was weder Hand noch Fuß hat.

Schwüle Sommergrüße zu Dir,
Annelie

22. Jul 2018

Nicht alle Kinder, um die sich niemand kümmert, Annelie, sind Mobber. So wie auch nicht alle Kinder zum Mörder werden, weil Eltern es vormachten. „Das ist wohl der Lauf der Welt“ hört sich salopp an, so, als man sich erst gar nicht bemühen
müsste/bräuchte. Sich mitmenschlich zu kümmer auch den Flüchtlingen gegenüber, scheint, mit Blick auf die Politik auch Schnee von gestern zu sein und werden und kein geringer Teil vom Volk, jubelt - unterstützt diesbezüglich noch mit. Gestern in den Nachrichten und auf „Focus“ online hörte und liest man von der Pegida-Kundgebung vom 25. Juni, wie die Teilnehmer im Bezug auf die Hilfsorganisation „Lifeline“ die 234 Flüchtlingen an Bord hatten und weder in Italien oder Malta ankern durften und lautstark grölten, „Absaufen! Absaufen!“. Weißt Du, Annelie, uns beide trennt keine Generation. Du könntest eine große Schwester von mir sein und manches was Du erwiderst, habe ich noch ansatzweise erlebt. Auch bei uns gingen Kinder ein und aus, bekamen selbstverständlich auch ein Brot geschmiert, wenn sie Hunger hatten. Ob es so was heute noch gibt? Ja, das glaube ich schon, aber nicht überall. Heute dirigiert Technik und Propaganda die Welt. Fehlinformationen und Anonymität im Netz finden sich überall, auch in den Kinderzimmer. Die Eltern tragen einen Teil der Verantwortung, sicher, für mehr bleibt meist durch die Doppelverdienerei, gar keine Zeit. Schule, Freunde und Umfeld allgemein, prägen wie zu allen Zeiten mit. Ich weiß nicht was mit meinen Gedichten auf anderen Seiten eventuell „passiert“, muss auch gestehen, dass es mich nicht interessiert, weil, wie Du anmerkst, auch ich bestimmt nicht viele Möglichkeiten hätte, das eine oder andere zu unterbinden oder zu verhindern …

Ja, lassen wir die Blüten treiben, die mit Hand und die mit Fuß …
PS. Schwül ist es heute bei mir nicht, konnte sogar bei leichter angenehmer Brise aufs Rad
und freute mich über alles das, was ich sah und riechen konnte …

Grüße in Deinen Sonntag
Soléa

22. Jul 2018

Liebe Soléa, danke für Deine ausführliche Replik. Mord ist so eine Sache ... da sind die Motive so dermaßen unterschiedlich, dass ich fast meine, sofern da etwas vererbt, abgeschaut worden sein könnte, dann könnte es "nur" Rage, Wut, Unbeherrschtheit und Hass gewesen sein ... die ja zu einer solchen Tat führen können. Aber wenn Eltern, z.B. am Mittagstisch, Nachbarn oder andere Leute schlechtreden, dann bleibt eine Menge bei den Kindern hängen. - Gearbeitet habe ich erst, als ich geschieden war. Und mein Jüngster war ein liebenswerter Musterknabe, der nicht den geringsten Ärger gemacht hat. Ganz im Gegenteil: Er hat ein super Abitur abgelegt; ich konnte mich total auf ihn verlassen und in Ruhe arbeiten. Er wurde von seinem Gymnasium für ein Stipendium vorgeschlagen.
Schön ist es, über Dörfer - Wiesen und Felder zu radeln. Ich kenne das und hoffe, dass ich in meiner nächsten Wohnung wieder einen Keller habe, wo ich ein Radl unterstellen kann.

Liebe Grüße,
Annelie

22. Jul 2018

Bald sollte man das Denken starten -
Man sollte nicht noch länger warten!

LG Axel

22. Jul 2018

Das mit dem Denken, scheint so eine Sache –
Es läuft alles zügig in Richtung Sackgasse …

Liebe Grüße
Soléa

22. Jul 2018

Liebe Solea, das ist eben der Fluch der "modernen Kommunikation" - dass man sich nicht mehr in die Augen sieht! Von Auge zu Auge und unter ihrem bürgerlichen Namen würden sie nicht derart hetzten. Da bietet das Internet die ideale Plattform... Ja, dass Kinder an der Schule mobben mussten meine Kinder und ich auch schon leidvoll erfahren... aber Kinder sind leider oft das "Resultat" ihrer traurigen Eltern...sicher gibt es auch umkümmerte Kinder die mobben, ebenso wie es (wohlstands-)verwahrloste kinder gibt, die NICHT mobben... aber das ist wohl eher die Ausnahme. Vermutlich. Wie auch immer, dein Gedicht ist wirklich gut und regt zum Nachdenken an.
lG
Anouk

22. Jul 2018

Ich danke Dir, liebe Anouk, für Deinen freundlichen und erklärenden Kommentar. Auch ich wurde in den ersten Jahren meiner Schulzeit (gehänselt) gemobbt, bin unzählige male weinend nach Hause. Und das von einem Nachbarmädchen mit dem ich mich ansonsten gut verstand und auch öfter bei Ihr daheim war. Ich glaube heute, dass ihre Mutter, sie war mit meiner Mutter befreundet, gar nichts von dem „Doppelleben“ ihrer Tochter wusste.

Wir, finde ich, sind durch die mediale Welt und den Internetmöglichkeiten manipulierbar geworden und machen uns von der kompletten Technik zu viel abhängig, verlieren den Überblick … das finde ich traurig und nicht gut.

Ich wünsche Dir noch einen schönen Abend und sei lieb gegrüßt
Soléa