Bestandsaufnahme Herbst

von Annelie Kelch
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Über schlafende Wälder
reift der rostrote Herbst.
Mit Nebelschwaden ziehen
die Reste des Sommers über den Fluss.
Das Wasser trauert wie ein blinder Spiegel
und auf den Straßen stockt das Blut
der fallenden Blätter.

Abende glänzen im Schein
der Kartoffelfeuer.
Jetzt kaut ihr das Fleisch
und trinkt den starken Wein.
Auf den Wiesen der Welt
welkt das Gras und die
Schwermut der Turmglocken
dringt in eure stillen Gemüter.

Taubenblau senkt sich der frühe Abend.
Wir wahren die Fassade
und taumeln nur in Gedanken.
Unsere Reden werden kürzer
und der singende Sturm verneigt sich
vor feuchten leeren Bänken.

Quelle:pixabay
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Kommentare

22. Nov 2017

Dank, lieber Axel, dir, für deinen Kommentar;
Berichte stehn Gedichten oft sehr nah.

LG Annelie

22. Nov 2017

In diesem Gedicht hast du die spätherbstliche Stimmung eingefangen und wiedergegeben, liebe Annelei, "das Wasser trauert wie ein blinder Spiegel und auf den Straßen stockt das Blutder fallenden Blätter" - gefällt mir besonders gut.

Liebe Grüße - Marie

22. Nov 2017

Danke, liebe Marie, ich freue mich sehr darüber, dass dir das Gedicht gefallen hat und wollte dich noch fragen, ob du dir die Aufnahme mit Sammy angesehen hast, darauf er ein weißes Hemd trägt. Er hatte zwar wieder seinen "verlängerten Arm" mit: die unvermeidliche Zigarette, aber diese Aufnahme und diese Interpretation des Liedes ist am besten, meisterhaft, unübertroffen. Auf den anderen Videos mit diesem Lied sieht er leider schon etwas sehr lädiert aus - kommt wohl vom Alkohol. Schade ... Aber du solltest dir auch den "Candyman" und "Mr Bojangle" anschauen und anhören, weil "anhörens- und sehenswert. Besonders seine Faxen beim "Candyman".

Liebe Grüße,
Annelie

23. Nov 2017

Ja, bewegt angesehen, gehört, danke für den Tipp, liebe Annelie, "I gets weary, and sick of trying I'm tired of livin', but I'm scared of dyin' but ol' man river, he just keeps rolin' along ..."

liebe Grüße - Marie

23. Nov 2017

Bestandsaufnahme eines Herbstes,
lässt sich in allen Phasen sehr gut lesen.
Und denkt man über seines Wertes,
dann merkt man erst dabei sein Wesen.
Der wunderschöne Blätterwald,
mit seinen bunten frischen Farben,
wir oft spazierend gehend warben,
auch nächstes Jahr wird es uns erreichen,

in wiederkehrend gleicher Pracht,
Mutter Natur wird nie erbleichen,
er gern mit mit bunten Farben lacht!

LG
ALFRED

22. Nov 2017

Lieber Alfred, vielen Dank für deinen lyrischen Kommentar, der ja beinah für sich allein schon ein schönes Herbstgedicht ist.

Liebe Grüße,
Annelie

22. Nov 2017

Liebe Annelie. Auch ich möchte mich wie der Sturm verneigen. So ein dichtes Gedicht. So traurig schön und demütig. Danke für deine dichten tiefen Bild*Gedanken. Liebe Grüße in einen dieser Novemberabende. Karin*

22. Nov 2017

Liebe Karin, danke für deinen wirklich schmeichelhaften Kommentar, aber bitte: bleib aufrecht. Es gibt noch viel bessere Herbstgedichte, auch von euch allen hier. Aber davon abgesehen, habe ich mich ganz doll gefreut über deine Worte.

Liebe Grüße,
Annelie

22. Nov 2017

Es geht dem Ende zu, liebe Annelie, damit was neues beginnen kann ... und dann wieder ... und dann, ist endlich Frühling.

Viele liebe Grüße in deinen Abend
Soléa

22. Nov 2017

Liebe Soléa, auch dir lieben Dank für deinen Kommentar. Ich nehme ihn heute nicht nur sehr ernst zur Kenntnis und freue mich über deine Worte still vor mich hin, nein, ich muss dir auch sagen: Man könnte sich zwar an den Herbst gewöhnen, sofern er stets so daherkäme wie heute, recht mild, aber man will es nicht. Es wird nicht mehr lange dauern - dann werde auch ich mich nach dem Frühling sehnen.

Liebe Grüße,
Annelie

23. Nov 2017

Reich an fantastischen Bildern. Da wächst der Herbst direkt ins eigene Gemüt. Sehr schön.

Liebe Grüße,
Monika

23. Nov 2017

Danke, liebe Monika, für deine charmanten Worte.

Liebe Grüße,
Annelie

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