flügellos fliegen

Bild von maruschka
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genug schwarzweiße bunte sanft heilende
oder wütende Worte und Gesänge heiliger
und unheiliger Texte und Lieder stecken in

dir, und wenn man dein Licht ausblasen,
das Genick deiner zu stolzen Gesinnung
brechen will, summ sie, sing sie, wirf sie

gegen die Wand, die dir die Sicht verbaut,
ihre Kraft wird dich retten vor dem Sturz
in die Schwärze und vor der Angst um die

Ohren, deren Pfeifen noch lauter klagt als
der Winterwind im Schlot deines Kamins,
halt dich nur fest am vom Alter zerfurchten

Stamm deines Baums und frag ihn nach dem
Ziel und nach dem Sinn und lausche seinem
wissenden Flüstern in der einen Minute vor

Mitternacht, bemüh dich nicht länger darum,
alle die Toten laut zu beklagen, die du ihren
Weg ziehen lassen musstest, es sind zu viele,

es tut sich was zwischen Himmel und Hölle
in dieser ängstlich hoffnungsvollen Zeit des
Umbruchs, in der wir die Hände nicht halten

dürfen, doch die Augen hinter den Masken,
sie signalisieren den Aufbruch, nicht den
Untergang, und in der Phantasie lassen wir

unserer Erinnerung freien Lauf, sie spiegelt
uns genug Liebe und viel zärtliche Wärme,
flügellos fliegen ist leicht auch in dieser Zeit

Interne Verweise

Kommentare

23. Mai 2020

Die Augen hinter den Masken signalisieren den Aufbruch, nicht den Untergang, das klingt tröstlich, dafür danke ich Dir, Marie.

HG
D.R.

23. Mai 2020

Mutig in die Luft sich schrauben -
an die hellen Dinge glauben ...

LG - Marie

23. Mai 2020

Ich bin ein hoffnungsloser Optimist, liebe Marie.
Alles andere scheint mir keinen Sinn zu ergeben.

Alles Liebe und herzliche Grüße
Ella

23. Mai 2020

Die Hoffnung spürt man in Deinen schönen Gedichten, liebe Ella. Man muss an sich arbeiten und sie ganz bewusst aufrecht halten. Resignieren - gilt nicht. Sei herzlich gegrüßt - Marie

23. Mai 2020

Die Erinnerung muss und wird uns tragen:
durch diese Angst und – Leidgeprüften Tage.

Sei lieb gegrüßt Marie
Soléa

23. Mai 2020

Danke für Deine zuversichtliche Antwort, liebe Soléa. Hat es das je gegeben, dass sich Menschen weltweit aus dem gleichen Grund fürchten? Man muss mit Hoffnung dagegen an-schreiben, -denken - singen - lachen ...

Sei lieb zurück gegrüßt - Marie

23. Mai 2020

Wenn doch Gedanken in himmlische Sphären
gelangen mitunter lass sie gewähren,
den grenzenlos ist doch des Geistes Gebiet,
selbst wenn nunmehr vieles man traurig besieht....

Erinnerung die kann keiner uns nehmen
und für Gefühle braucht man sich nicht schämen,
so schreibe sie doch auf wie sie so grad sind,
dies hilft auch mir immer und zwar ganz geschwind

Sehr gerne glesen liebe Marie!
Mit herzlich lieben Grüßen in Dein Wochenende!
Uschi

27. Mai 2020

Eine wunderbare Antwort in Form eines Gedichtes, dafür danke ich Dir sehr; mit der Beantwortung hat es gedauert, da, wo ich grade bin, habe ich streckenweise kein Internet.

Sei lieb gegrüßt.
Marie

23. Mai 2020

So fliegen wie du:

Zu singende wortlieder zum ausgeblasenen licht
im genick sitzen sie stolz nicht stumm im wald
unverbauter sicht darin keine finstere schwärze

schwer um die mitternachtshörigen pfeift
zwischen den zeiten zwischen himmeln
und höllen badet maskiert die phantasie im

umbrechenden untergang erinnernd im
freifallenden lauf spiegelt sie leicht flügellos
wärmegedanken so durchdringend manifestiert.

LG Yvonne

27. Mai 2020

Y-vonnig, ein Geschenk, Dein Rückgedicht, für das ich mit Verspätung herzlich danke ...

LG Marie

30. Mai 2020

:))) so freu ich mich - gleichfalls mit Verspätung...
LG Yvonne

16. Jun 2020

Oh Marie, Dein Text rührt mich, berührt mich,
lässt mich fliegen, hinauf, hinauf.
So, wie ich mir als Kind Gebete gewünscht habe. DANKE!

LG Monika