ob du lebst, was du fühlst

von marie mehrfeld
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zu kurz die mondhelle Nacht
und der Sternenraum nicht weit genug,
wenn dir fliegend im Rausch hellen Singens
die Liebe begegnet,

zu lang ist sie für Lebenssatte,
auf den Tod hoffend und ein letztes Leuchten,
wenn der Atem stockt am Ende der Zeit,

wild klopft mein Blut, Haut an Haut mit dir,
wenn unter den Lidern Goldsplitter tanzen
und Bänder rotroten Lichts
uns sanft streichelnd umfangen,

gelassenes Pochen beim schwebenden Träumen
über fremden Feldern und Wäldern,

wie viel Trauer braucht das Glück,
um sich leuchtend abzuheben
vom Dunkel banger Gedanken,

schließ die Augen nun, lass den Atem fließen
und frage dein inneres Spieglein,
ob du lebst, was du fühlst

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Kommentare

16. Mär 2018

Die Buchstaben genügen nie -
der inneren Wortmelodie …

Mit Dank und Gruß an Axel -
Marie

16. Mär 2018

Wie sollt er auch an Worten kleben,
wenn Liebende solch Rausch erleben?
Den schildert hier so wundersam:
Marie, die wirklich dichten kann.

Liebe Grüße,
Annelie

16. Mär 2018

Ich dank’ Dir, liebe Annelie –
doch dichten KÖNNEN werd’ ich nie.
Jedoch versuch’ ich’s immer wieder,
singe erneut die alten Lieder ...

Liebe Grüße nach Lübeck
Marie

16. Mär 2018

>ob Du lebst, was Du fühlst<
Wie mich diese Quintessenz beeindruckt! Eine philsophische Frage, die mich im raschen Verlauf der Ereignisse nachdenklich macht. Ob ich leb, was ich fühle? Momentan jedenfalls bleib ich gedanklich hier stehen - und kann nicht anders...
Sorry, dass mir einige Luther-Worte entrutschten. Liebe Marie, merci.

LG Monika

17. Mär 2018

Liebe Monika, sicherlich ist es gut, dass wir nicht alles leben, was wir fühlen ... denn unsere Gefühle schlagen manchmal Kapriolen, nicht viele von ihnen sind in die Praxis des Alltags untegrierbar. Man sagt aber andererseits, verlass dich auf dein Bauchgefühl, und wenn man sich das nicht traut zu tun, stellt man hinterher oft erstaunt fest, man hätte es ruhig wagen sollen. Das meine ich mit der Frage, ob ich lebe, was ich fühle, die, wie du schreibst, ganz klar eine philosophische ist. Gedanklich stehen - bleibe ich hier genau wie Du, weiß nicht weiter, wie so oft, und an dieser Stelle ist das Lutherzitat am richtigen Platz. Vielen Dank für Dein sehr anregendes Eingehen auf mein kleines Gedicht - und liebe Grüße.

Marie

16. Mär 2018

In sich kehren und hinein hören, vielleicht fühlt man, was man lebt und lebt, was man fühlt.
Ich werde mich mit deinen Zeilen weiter auseinander setzten, liebe Marie und das Bild ergänzt sich gut.

Herzliche Grüße
Soléa

17. Mär 2018

Liebe Soléa, ich freue mich, dass meine Zeilen Dich anregen, wünsche Dir ein sehr angenehmes Wochenende und grüße Dich herzlich zurück!

Marie

01. Jun 2018

Und wie viel Glück gleicht Trauer
über längst Erinnerung geworden
Was gewesen ist zur Zukunft
Schöner Traum...sagt mein Gefühl
Beim Lesen deiner wunderbaren Worte
In Verspätung intensiver Nachhall

LG Yvonne

03. Jun 2018

Dank für und Freude über deinen
verspäteten Nachhall, Yvonne ...

LG Marie