Zerschellt

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Bibliothek, Mitglied

Schon wieder hast du mich vergessen
die, die vom Ende so besessen
täglich muss ich bettelnd sprechen
„lass mich dich endlich treffen.“

Du bleibst im Hintergrund – bist völlig neutral
ich geh nicht bergauf, nur Richtung Tal
jeder Tag birgt eine andere Qual ...
doch ich hab keine Wahl.

Sage dir „ich will nicht mehr“
meine Akkus – alle leer
ein gnädiger Tod wäre nur fair
setze mich auch bestimmt nicht zur Wehr ...

Will und kann mein Leid nicht mehr tragen
wem und wie oft, soll ich das noch sagen
allmählich platzt mir nun der Kragen
von all dem Weh und Klagen ...

Nehme mein Schicksal jetzt selbst in die Hand
stelle mich oben an den Treppenrand
bin so mutig wie ich nur kann ...
lasse mich fallen und zerschell' an der Wand.

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Interne Verweise

Kommentare

24. Feb 2018

Dein Gedicht ist nicht zerschellt -
Es zeigt eine ganz andre Welt ...

LG Axel

24. Feb 2018

Und das ist ein traurige-
Und auch eine schaurige ...

Liebe Grüße
Soléa

24. Feb 2018

Liebe Soléa, ich weiß ehrlich nicht, was Du uns damit sagen willst, weiß nicht, ob Du dich damit in die Situation Lebensmüder hineinversetzen willst. Dazu passt aber die Wortwahl "... platzt mir der Kragen" nicht. - Ich meine, der Freitod ist eine sehr ernste Angelegenheit. Nur, weil mich jemand nicht treffen will, würde ich mich nicht umbringen, und ich denke, so geht es den meisten Menschen. Man sollte sich selbst nicht so wichtig nehmen. Pardon, liebe Soléa, aber Dein Gedicht liest sich wie eine kleine Erpressung.

LIebe Grüße zu Dir nach Frankreich
und ein schönes Wochenende,
Annelie
Ich kann mir auch gar nicht vorstellen, dass es D i r so schlecht geht. Du hast Deine Kinder, Deinen Mann und bist, wie ich annehme, halbwegs gesund und hast keine finanziellen Sorgen. Sollte das plötzlich alles nicht mehr zutreffen, verzeih - und erkläre mir Dein Gedicht, ein bisschen beunruhigt bin ich doch.

24. Feb 2018

Liebe Annelie, ich beschreibe die Situation einer alten Frau, die wegen Krankheit und Armut ihr Leben nicht mehr meistern kann und deshalb nicht mehr will. Und der Kragen platz ihr, weil das niemand verstehen mag ... "Gott" will sich nicht mit ihr treffen, hält sich bedeckt und im Hintergrund... und sie erpresst nicht, sie klagt an. Ist sich nicht jeder selbst der nächste? Ich meine, jeder hat ein Recht sich auch wichtig zu nehmen, vor allem wenn es einem nicht gut geht. Ich hoffe meine Erläuterung bringt dich ein Stück weiter? Du braucht dir keine Sorgen um mich, Familie oder so zu machen, alles gut!!!

Liebe Grüße nach Lübeck
Soléa

24. Feb 2018

Da bin ich sehr beruhigt, liebe Soléa, und werde heute Nacht gut schlafen, auch deshalb, weil ich
seit 07:00 Uhr unentwegt auf den Beinen bin bzw. kein Mittagsschläfchen gehalten
habe. Ich nehme mich nicht mehr so wichtig, sorge aber sehr für meine Gesundheit,
weil ich noch nicht so schnell in die Urne will bzw. das Treffen mit Gott, sofern
er sich denn die Ehre geben wird, so lange wie möglich herauszögere. Außerdem
bin ich meistens ziemlich maulfaul; er hätte keine Freude an mir. Ich meine auch, dass der
Ausweg mit der Treppe nicht der beste ist. Sie könnte überleben - mit dramatischen
Folgen.

Liebe Grüße nach Frankreich,
Annelie

24. Feb 2018

Ein langer Tag, Annelie, bei mit klingelt der Wecker um 6:20 Uhr. Am Abend ist das Sofa dann mein :-)) Das stimmt, jeder Selbstmord kann auch ins Auge gehen. Sich selbst was antun kann, glaube ich, sie sich nicht. Aber das Leben so weiter leben, packt sie auch nicht. Das nennt man dann wohl "Zwickmühle".

Gute Nacht und liebe Grüße
Soléa

25. Feb 2018

Fast jeder Mensch gerät einmal im Leben an einen Punkt der tiefsten Verzweiflung und denkt darüber nach, dem Leben ein Ende zu setzen. Dein Gedicht spricht von Deiner Fähigkeit, mit zu fühlen, liebe Soléa.

Sei herzlich gegrüßt - Marie

26. Feb 2018

Es ist traurig, liebe Marie, zu sehen wie der Mensch im Alter hilflos wird. Und wenn er dann auch kaum Unterstützung vom eigenen Partner erfährt, der noch recht gut drauf ist, könnte und kann man verzweifeln. Aber am Ende ist es doch wohl wie bei ganz vielen. Keiner will SO oder ähnlich enden, doch die Hand an sich selbst legen, schaffen und machen dann doch die
wenigsten ...

Ich grüße dich herzlich und wünsche dir einen schönen Nachmittag
Soléa