Ergraute Farbenwelt

von Maik Kühn
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eine schleichend ergraute Farbenwelt
in ihrem Zentrum bleierne Schwere
frische Blumen verwelken in der Hand
Vogelgezwitscher ist Totengesang

inmitten vieler Menschen und trotzdem einsam
die Fassade schön, dahinter lugt Traurigkeit
ihr Lächeln kaschiert die schmerzverzerrte Seele
klarer Verstand, bedroht durch hüllenden Nebel

unverstanden in sich selbst verloren
dunkle Gedanken in Endlosschleife
antriebsschwach auf der Suche nach dem Sinn
schrittweiser Rückzug, Isolation

gefangen in einem Labyrinth des Grauens
ihr finales Flehen verhallt unbeachtet
verzweifelter Schnitt, durchtrennte Lebensader
rubinfarbener Abschied ohne Wiederkehr

verstreute Asche, bleibende Fragen
ein friedvolles Rascheln im Blätterwald
der Stern des Lebens liebkost die Erde
die Nacht bricht an, hoffnungsvolle Stille

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