Finstere Zeiten

von Maik Kühn
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die Härchen seiner Arme aufgerichtet
entlang am Rücken läuft ein kalter Schauer
den Schmerz zu einem Schwarzen Loch verdichtet
dahinter lauert beispiellose Trauer

ihren jungen Körper verzehren feurige Zungen
das Volk tanzt um sie herum, es wird hämisch gesungen

antriebsschwach liegt er auf dem harten Bette
stark verbittert über die scheinbar Frommen
hält in der Hand ihre silberne Kette
ach wäre sie doch zur Vernunft gekommen

hölzerner Berg, den Gipfel mit einem Baumstamm gekrönt
daran gefesselt die Dämonin, von allen verpönt

es dringt ein, trotz fest verschlossener Türen
liebkost sein Gesicht, öffnet ihm die Seele
dieses Lüftchen will niemanden verführen
gibt vielmehr deutlich spürbare Befehle

der Klerus fordert sie auf dem Bösen zu entsagen
Naturwissenschaft als Lehre wird hier nicht ertragen

in ihrer Kammer startet er die Suche
der Raum ist verwaist, trotzdem voll des Lebens
diese Schrift dort wurde ihr doch zum Fluche
plötzlich aufgewirbelt, wohl nicht vergebens

abgeführt wird die kluge Frau beim Lindern großer Not
wegen dunkler Magie droht ihr jetzt ein qualvoller Tod

schnell folgt er in Richtung Ziel dem Lüftchen blind
ein Junge dort mit sehr hohem Fieber ringt
möge dieser Trank heilen das kranke Kind
ihr Wissen wird zum Erbe, das Segen bringt

eine sonderbare Frau hilft in finsteren Zeiten
verraten, das System duldet keine Widrigkeiten

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