Und fänden die Liebe nicht ...

von Annelie Kelch
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Nachtwanderung -
Ich gebe mein letztes
Geheimnis preis

Doofer Mond: war voll -
und hat alles ausgeplaudert

Jetzt pfeifen es die Spatzen
von den Dächern: Sie hat
einen Lover ...

Auf einem Tablett aus Sternensilber:
die Tugend der Welt

Meine Gedanken
kreisen ... wie Efeu
um den Wasserturm

Und fänden die Liebe nicht ...*
in den Untiefen dieses Lebens

*Titel eines Romans von Pearl S. Buck. Dieses Gedicht ist ein Solo-Rengay; mein erstes Haiku: "Nachtwanderung ... ", hat den dritten Platz beim Sommerkukai (Thema: Ein Sommertraum) belegt. Heute, am 25.07.2017, geschrieben

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Kommentare

25. Jul 2017

Eine interessant gestaltete Nachtwanderung. Darauf lasse ich mich ein und wandere durch die Zeilen. Da begegnen mir faszinierende Bilder, die sich nach meinem Empfinden assoziativ von Haiku zu Haiku aneinanderreihen. Dann hinübergleiten in die Realität mit melancholischem Ausklang: Und fänden die Liebe nicht... in den Untiefen dieses Lebens. Hab ich mehrmals gelesen mit mehr und mehr Einfühlung. Bezaubernd.

LG Monika

25. Jul 2017

Danke, liebe Moni, für deine Zeilen. Ja, es ist richtig, sie reihen sich aneinander - auch thematisch. Es braucht aber auch beim RENGAY bzw. Haiku einen "Schnitt"; man nennt es "Kire"; die Gegenüberstellung von zwei Bildern ist wichtig. Falls du Interesse hast, sende ich dir gerne den Katalog des Grundsätzlichen für ein Haiku zu. Es sind sieben kleine Regeln, die im letzten Sommergras Juni 2017 stehen. Ich würde sie dir dann in "Private Nachrichten" kopieren. - Ich habe tatsächlich einmal eine Nachtwanderung mitgemacht - während einer Klassenfahrt. Ob ich damals ein Geheimnis verraten habe, weiß ich nicht mehr; aber meine beste Freundin wusste eh alles über mich, auch, in wen ich damals "verknallt" war.

Ganz liebe Grüße zu dir und Nube,
ich stelle sie mir jeden Tag in einem anderen, chicen Outfit vor
und muss dann immer ganz "schäbig" grienen, weil so super,
Annelie

25. Jul 2017

Hi Annelie! Lieben Dank für Dein Angebot. Das würde mich sehr interessieren. Ja, und die Nube geht momentan nur mit pinkfarbenem Geschirr auf die Piste. Summertime! Manchmal ist sie blau. Die Farbe des Nube-Bikinis.
Deine Worte sind immer so erfrischend und das macht Spaß! Auch Dein Moni - erinnert an meine Jugendzeit.
Liebe Grüße kommen von Nube und Moni :-)))))

25. Jul 2017

Auch dieses Werk liest jeder gern:
Klassisch schön - doch hochmodern!
(Krause hat mal ein "Oslo-Rengay" geschrieben -
Es ist dann beim VERSuch geblieben ...)

LG Axel

25. Jul 2017

Dank, lieber Axel, dir, für deinen Kommentar plus Lob;
ich weiß ja längst: Du bist ein Philosoph.
Zwar lieb' ich auch nicht erst seit Sloterdijk das Denken sehr,
jedoch ein Oslo-Rengay (?) - ist mir echt zu - schwer.
Sag Bertha bitte, sie möcht' näher sich erklären doch dazu,
sonst grübele ich den ganzen Tag und finde heute Abend keine Ruh.

LG Annelie

25. Jul 2017

Englart ja imma allet vadreht!
(Is selbst vadreht! Von frih bis spät!)
Drum hab ick „Solo” in „Oslo” vawandelt!
(Englart meent det wär „vaschandelt”!)
[Wat n Renn-Geia is det frach ick mir!
Wahrscheinlich janz n schnellet Tier?!]

jez.Bertha Krause!
(macht nu schnell Pause!)

25. Jul 2017

Freue mich, dass ich dein ausgezeichnetes Solo-Rengay jetzt auch lesen kann, liebe Annelie!

Liebe Grüße - Marie

25. Jul 2017

Ich danke dir sehr, liebe Marie
und freue mich über deinen Gruß - und wie!!!!!

Liebe Grüße: :- ))))))))))))))),
Annelie

25. Jul 2017

Mensch, Berthken, dit is dolle,
wenn ick ma wieda in Balin bin, trinken wir 'ne Molle.
Man muss sich ja ooch ma wat gönn.
Dit mit Oslo hätt ick mir ooch
an de fünf Finga abklaviern könn.

jetzt mach ick Pause - muss putzen hier
inne Wohnung -
Solidarischen Jruß von Putze zu Putze,
Annelie

26. Jul 2017

SEHR gerne gelesen, liebe Annelie
Bei einer Nachtwanderung war ich als Kind in der Schweiz dabei.
Ich hatte unheimliche Angst. Meine Mutter sagte dann „alle böse Kinder haben Angst“. Warum auch immer, fürchtete ich mich vor einem Elch, über den ich Tage zuvor was im Fernsehen sah und die Fantasie scheinbar mit mir durch ging…

Liebe Grüße
Soléa

26. Jul 2017

Danke, liebe Soléa, für deinen Kommentar. Na ja, unwahrscheinlich ist es nicht, dass einem in der Nacht ein Elch begegnet, in der Schweiz laufen doch viele Elche herum. Deine Mutter hatte gute Nerven. - Das hätte ich nicht gebracht, wäre gar nicht auf die Idee eines solchen Spruchs gekommen und wahrscheinlich in Mitleid für dich zerflossen. Ein Elch sieht ja auch ziemlich gefährlich aus. Da sieht man mal, was das Fernsehen anrichten kann. In Frankreich aber dürfte auch auf freier Wildbahn kaum mit einem Elch zu rechnen sein, Soléa, so dass dort seelenruhig deine Runden mit dem Fahrrad drehen kannst - sobald du mit dem Tapezieren fertig bist.

Liebe Grüße,
Annelie

27. Jul 2017

Ich wusste gar nicht dass es Elche in der Schweiz gab oder gibt, liebe Annelie. Verwechselst Du da nicht was mit S chweden?
Die Aussage meiner Mutter „alle bösen Kinder haben Angst“ störte oder verletzte mich nie, was vielleicht daran lag weil ich nicht (immer) lieb war :-)) Im Gegenteil, ich dacht sogar darüber nach… Viel trösten und beruhigen konnte sie mich bei der Wanderung eh nicht, wir, meine Schwester und ich, waren in einem Ferienlager ohne Eltern. Telefonieren war nicht möglich, wir hatten noch kein Telefon und bis die Karte geschrieben und bei ihnen ankam, waren die drei Wochen die wir blieben fast vorbei… Schon komisch, man hatte damals lange nicht so viel wie Heute und doch waren die Zeiten intensiver und ruhiger.

Liebe Grüße und einen schönen Tag
Soléa

27. Jul 2017

Liebe Soléa, das mit den Elchen in der Schweiz habe ich eher ironisch gemeint. Ich traf mal einen Schweizer Elch in Hannover in einer Buchhandlung, der meinte, dass es in Deutschland überall schmutzig sei. Das hat mich geärgert. - Ich wäre wütend gewesen, wenn meine Mutter so etwas zu mir gesagt hätte. Als kleines Kind war ich sehr artig. Mir blieb leider auch nichts anderes übrig; mein Vater war eine Respektsperson - meistens sehr schweigsam und sehr ernst. - Du hattest es gut, dass du mit deiner Schwester zusammen in ein Ferienlager durftest. Ich war mit acht Jahren einmal "auf Kinderverschickung" auf Föhr, alleine, weil ich angeblich zu schmal war. Es war der reinste Horrorr. Das Essen war derart, dass man es am liebsten gleich wieder ausgespuckt hätte, was ich einmal getan habe: Haferschleim mit Zwiebeln!!!! - Und dann wurden auch noch die Karten und Briefe nach Hause zensiert: Archipel Gulag. - Ja, liebe Soléa: Das Haben und das Sein sollten schon miteinander harmonieren.

Liebe Grüße.
Annelie

26. Jul 2017

Hallo Liebe Annelie ,
herzlichen Glückwunsch!! Ich muss allerdings erstmal nachschauen, was ein Kukai (?) ist, aber es klingt toll und deine "Nachtwanderung" ist wirklich hervorragend geschrieben. Nun haben meine Vorredner schon alles dazu gesagt... also bleibt mir nicht mehr viel als zu sagen: großartig und sehr sehr gern gelesen. Und: ich schließe mich MonikaS kommentar an.

Ich wünsche dir viele bezaubernde Sommertage, liebe Grüße
Anouk

26. Jul 2017

Liebe Anouk, vielen Dank für deinen Glückwunsch und danke für deinen Kommentar. Ich habe eben noch einmal bei Monika nachgeschaut. Danke. Auch Monikas Kommentar sind immer sehr lieb und poetisch. - Beim Frühlingskukai war ich nur Dreizehnte, habe mich also verbessert. Beim Kukai schreiben Haikuliebhaber (hier 81) zu einem Thema ein Haiku; niemand sieht die Namen. Dann werden Punkte vergeben von den Teilnehmern, alles anonym. Zum Schluss wird das Kukai von neutralen Personen ausgewertet.

Dir und deinen Kindern auch einen wunderschönen Sommer,
Annelie