Am Fluss

von Robert K. Staege
Mitglied

Der Fluss nur Stille um sich sprüht,
die Fläche ist so spiegelglatt,
die Pappel lispelt leis‘ und müd‘,
sie wirkt so wunderseltsam matt.

Da plötzlich scheint ein Wind erwacht,
und wie auf sanfter Wellen Bug
bewegt er seine Schwingen sacht,
und streicht dahin in stillem Flug.

Die Sonne senkt den lichten Strahl
tief in der dunklen Fluten Gruft,
und von dem Licht strömt auf einmal
aus einer Blüte süßer Duft.

Ach, meine Seel‘ ist - wie der Fluss -
ganz still von tiefem Schlaf umhüllt,
sie fühlt von fern der Liebe Kuss,
der mir das Sein mit Strahlen füllt.

Oh, meiner Sehnsucht off‘ne Blüte
in diesem Strahlen träumt und schwebt,
und aus dem Dufte mein Gemüte
Dir zarte Liebeslieder webt.

Geschrieben am 26. Juli 2018 in Köln.

Rechtshinweis:
Dieser Beitrag ist urheberrechtlich oder durch Copyright geschützt und darf ohne Genehmigung nicht verwendet werden.

Interne Verweise