nie wieder Schoko-Kekse von B.

Bild von Dirk Tilsner
Mitglied

Ihr Bürgerlein kommet und reget euch auf
und nehmt die Verleumdungen nicht mehr in Kauf.
Denn schmeckte nach Afrika jenes Gebäck,
dann hätte es keinen lukullischen Zweck.

Dann wäre die obere Schicht der Despot,
verziert mit Lakaien, brutal und devot,
mit Gusto nach Öl, Diamanten voll Blut
und Gold, das auf Konten im Abendland ruht.

Die untere aber, porös wie ein Schwamm,
die schmeckte nach Hunger und Leben im Slum,
wie ausgesaugt, zäh und zugleich desolat,
nach Kind auch: als billige Kraft und Soldat.

Drum kommet ihr Bürgerlein, schittet den Storm
für eine Genussmittelmarken-Reform.
Entrüstet und brüstet euch, geifert und greint:
Der Keks ist des Kekses willkommener Feind.

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Interne Verweise

Kommentare

28. Jul 2020

War das nun eine Form von Zynismus oder von Sarkasmus ? - oder gar ein Aufruf:
"Taten allein tragen der Toten ewige Tafeln.!"

HG Olaf

29. Jul 2020

Hallo Olaf
sicher, sarkastisch und vor mir aus sogar zynisch, auf jeden Fall mit satirischer Absicht. Mich kümmern die Shit-Stürme im Internet sonst wenig (billige Unterhaltung), aber bei diesem war es anders.
Ein ernstes Thema – Rassismus – bedarf einer ernsthaften und aufrichtigen Diskussion und weder eines Hagels von Steinen und Flaschen auf den Lieblingsfeind Polizei, noch irgendeiner hysterischen Debatte mit Scheinargumenten, und noch weniger lächerlicher Anschuldigungen (wie in diesem Falle), die im Internet in der Form eines Shit-Storms von Leuten inszeniert werden, deren das Thema in Wirklichkeit selbst herzlich egal ist. Das ist fake, auf Manipulation orientiert, herbeigezogen. Bedenklich obendrein wie sich die Firma davon beeindrucken lässt; natürlich – es geht um den Umsatz und ein neues Branding hat sogar Vorteile.
Ich meinerseits fände es angebrachter und nützlicher, wenn man diskutierte wie man einer Reihe von maroden und menschenverachtenden Regimen in Afrika endlich den wirtschaftlichen Hahn abdreht. Leider greift das an die wirtschaftlichen Interessen der ersten Welt, über die man nicht gerne redet. Da freut sich jeder (ein-)gebildete Keks über alberne Debatten, um den Gutmenschen zu spielen.
Dankend lieben Gruß
Dirk

19. Aug 2020

Lieber Dirk,
dein Olaf-Kommentar ruft mir den meines Exmannes (Militär) in Erinnerung, der "damals" wörtlich so sagte:
"Klar geben wir die ausgemusterten Maschinen (Fluggeräte) als Entwicklungshilfe nach Afrika!! Irgendwann brauchen die Ersatzteile - und DIE müssen sie dann kaufen.", wobei er schlau grinste ...

19. Aug 2020

Hallo noé

In der Tat ist die Entwicklungshilfe eine komplexe Angelegenheit. Hilfe zur Selbsthilfe sollte es sein (Aufbau der Wirtschaft "von unten"), da helfen tonnenweise gebrauchte Kleidungsstücke genausowenig (macht lokale Textilherstellung sofort überflüssig) wie zweifelhafte Großprojekte mit durch und durch korrupten Regierungen und deren Handlager.
Mich nervt bei allem nur die Heuchelei gewisser Gutmenschen, die wichtig und nebensächlich schon lange nicht mehr unterscheiden können. Natürlich wird jetzt Knorr auch ihre Zigeuner-Soße umbenennen. Das gehört zum Firmen-Image, bei "gut" muss man mitmachen. Was die letztere Minderheit anbelangt, spielt der gegenwärtige Trend den ewigen Hassern übrigens in die Hände, weil mit der Tilgung kulturell positiver Bezüge am Ende nur noch negative Klischees übrigbleiben werden.

Dankend lieben Gruß

Dirk