Dunkle Blumen malt die Nacht

von Anouk Ferez
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So dunkle Blumen malt die Nacht
auf deine Stirn – sei ohne Sorgen,
denn meine Hand aus Licht gemacht
geleitet dich bis in den Morgen.

Auf deine Lider senkt sich Schlaf,
dein Atem, der geht gar so schwer.
Und Schatten quäln dich, aber ich
zerschlage der Dämonen Heer.

Oft schütteln Traum und Wahnsinn dich,
es hockt der Alb voll Häme
auf deiner Brust – ich weis ihn fort,
und mit ihm jede Träne.

Dein inner’ Wesen bald entsteigt
den müden Gliedern, die wie Blei
so schwer auf kühlen Kissen ruhn
– Schlafes Bruder zieht vorbei.

So fliegen wir durch Dämmerstunden,
schlüpfen durch das Netz der Zeit:
zwei rast- und ruhlos Lichtgestalten
im Anblick der Unendlichkeit.

Gebettet in Nocturnens Armen,
der Puls der tiefen Nacht uns bindet,
dass meine Seele deine küsst
und, was getrennt, zusammenfindet.

© Anouk Ferez, 2014

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Kommentare

27. Mai 2016

Wunderschön. Bin sehr beeindruckt. Das Gedicht macht atemlos, denn es erreicht die Seele.
LG Monika

27. Mai 2016

Liebe Monika, ich danke Dir. Dieses Gesicht war eines meiner allerersten, daher bedeutet es mir sehr viel, ich freue mich sehr, dass es dir so gut gefällt
lG
Anouk

27. Mai 2016

Schön, wenn sich alles findet. Bin sehr berührt von diesem wunderbaren Gedicht. Liebe Grüße, Johanna

27. Mai 2016

Liebe Johanna, danke fürs Lesen und Nachempfinden. Ich habe einen besonderen Bezug zu diesem Gedicht, es war eines meiner allerersten. Da legt man alles hinein.
lG
Anouk