verhaltendes Atmen

von Marie Mehrfeld
Mitglied

bittet mich deine brüchige Stimme um Einlass,
und ich öffne die Fenster weit weit und lausche
auf ein Zeichen von dir aus deiner anderen Welt,

ein Amseltier bin ich mit gebrochenen Flügeln,
weil dein Gelächter nur noch verhalten schallt;
tauche ein in das Wandern unserer alten Wege,

suche nach verlorenen Liedern der Liebe und Lust,
höre wisperndes Blau rufen nach glühendem Rot,
und es öffnet sich zagend klagend das graue Grau

steinerner Wolkenwände dem Gleißen des Lichtes,
und ich summe zitternd vom Haar bis in die Zehen
Weisen, die von unfassbar tiefen Brunnen erzählen;

verhaltenes Atmen ruht sanft unter dunklem Tuch,
wo Vögel der Nacht auf den langen Regen warten,
du bist mir ganz nahe und doch so unendlich fern,

ich lausche immer noch deinen geflüsterten Worten,
Träume fliegen lassend in die weite Unendlichkeit,
in der wir nicht geizen müssen mit Liebe, mit Zeit

Buchempfehlung:

[numberofpages] Seiten / Taschenbuch
EUR 9,50

Interne Verweise

Mehr von Marie Mehrfeld online lesen

Kommentare

29. Jul 2020

Man sucht das Licht und fühlt sich leicht
dann, wenn die Trauer langsam weicht …

LG mit Dank an Axel zurück

28. Jul 2020

Antoine de Saint-Exupéry, Der kleine Prinz, Du kennst die Stelle vielleicht, ich zitiere sie trotzdem, sie passt zu Deinem Abschiedsgedicht, Marie: „Und wenn du dich getröstet hast, (man tröstet sich immer) wirst du froh sein, mich gekannt zu haben. Du wirst immer mein Freund sein. Du wirst dich daran erinnern, wie gerne du mit mir gelacht hast.“

HG D.R.

29. Jul 2020

Das Saint-Exupéry Zitat passt wirklich gut, danke dafür, Detmar; man tröstet sich immer und wird sich daran erinnern, wie gerne man miteinander gelacht hat, sagt der Kleine Prinz, ich hoffe, er hat Recht …

liebe Grüße zu Dir - Marie

28. Jul 2020

Liebe Marie, Detmar hat das par excellence kommentiert! Mehr kann ich nicht beisteuern. Aber meine Dichtung "Abendgebet" wurde durch diese, deine Zeilen zum Leben erweckt. Ich habe da auch an dich gedacht; vor allem der letzte Part. Es ist der Hauch von Schmerz, der immer noch im Raume steht.
Sommerliche Grüße aus Tunesien.

Jürgen

29. Jul 2020

Ja, er wird noch lange im Raume stehen, der Hauch von Schmerz, aber seine Färbung wird das Grau verlieren, hoffe ich … danke für Deine guten Worte und ebenfalls hochsommerliche Grüße aus Frankfurt am Main nach Tunesien!

Marie

28. Jul 2020

Bist du auch auf der Suche nach der verlorenen Zeit ?
Sie kommt nimmer, beschwert nur die Herzen. Weit.
Deinen Gedanken bin ich gern gefolgt.
HG Olaf

30. Jul 2020

Im sanften Flüstern schimmert die
Unendlichkeit des Gefühls das keine
Unterschiede findet sich gleich bleibt
auch im Abwesenden nämlich
in der Erinnerung—-
So wie schon so viele vor mir so treffend ausdrückten...

Herzliche Grüße
Yvonne

31. Jul 2020

Ja, auch im Abwesenden – in der Erinnerung; danke, Yvonne -

liebe Grüße zurück!