war ich bei dir zu Haus

von marie mehrfeld
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nur die Fingerspitzen, die sich zärtlich
berührten, wenn sich tagsmüde Glieder
liebend wärmten zur Nacht, in der Stille
unausgesprochenen summenden Seins,

die Unwiederbringlichkeit deines Blicks,
deiner Augen, und dein Mund ohne Wort
im Schwebenden zweisamer Einsamkeit
unaufhaltsamen Steigens und Stürzens,

meine Zehen gekrümmt, auch dein Schrei
sacht verhallt im Echo der geflohenen Zeit,
gefangen in der Illusion des ewigen Flugs,
und das Einatmen, das Ausatmen im Takt,

für einen Moment gemeinsamer Lust
waren unsere Leben dem Tod entronnen,
so nahe waren wir uns, so nahe, so nah,
war ich bei dir zu Haus, und auch bei mir

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Kommentare

10. Okt 2019

„war ich bei dir zu Haus, und auch bei mir" gefällt mir besonders gut, liebe Marie!

Sei herzlich gegrüßt
Soléa

11. Okt 2019

Wieder einmal ein ganz großes Kino für mich ! Danke !!!
HG Olaf