Moritat über einen freiheitsliebenden Stier

von Josephine Walir
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Über den Guadalquivir
stapfte einst ein wilder Stier.
Kämpfe war’n ihm einerlei –
nur ein Stoß, schon war er frei.

Aus dem Stalle jetzt befreit
mischte er sich unter Leut’.
Ach, wie böse ging dies aus,
alle nahmen schnell Reißaus.

Spät am Abend war ihm klar:
Freiheit ist zwar wunderbar,
aber grad als wilder Stier
findet man kein Essen hier.

Also zieht er mangels Glück
in die Heimat sich zurück.
Wieder muss er lauthals quieken,
wenn ihn Matadore pieken.

Später fiel ihm etwas ein,
was gar tröstlich sollte sein:
Gut, man stellte ihn zwar bloß,
doch er war nicht arbeitslos.

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Kommentare

28. Sep 2018

Doch die Moral von der Geschicht: Stiere überleben solche Arbeit nicht!