Heiße Zeiten

von marie mehrfeld
Mitglied

Die Luft über dem Erdreich glüht,
scharf zeichnen sich die kurzen Schatten,
es stirbt, was gestern noch geblüht,
die Lust, die Liebe selbst ermatten,

der Wüstensonnenstrahlen Wut
versengt die Wiesen und die Felder,
nimmt Tieren, Pflanzen, Menschen Mut
und legt sich bleiern über Wälder,

die Hitze dräut so permanent,
ich wünsche mir mit bangem Schweigen,
dass Kälte steigt vom Firmament
und sich die heißen Zeiten neigen,

erst wenn sich Dämmerung ausbreitet
und Bäume wieder Schutz uns spenden,
Saturn sich zeigt, vom Mond begleitet,
kann ich den Klagesang beenden,

nun kühlt der Abendwind die Stirn,
der Samt der Nacht hüllt sanft mich ein,
vertreibt das Zweifeln aus dem Hirn,
ich schlafe wohlig summend ein

und flieg beim Träumen hoch hinaus
über das dunkle Land im Schlummer,
schau lächelnd auf mein kleines Haus,
bin weit entfernt von allem Kummer …

Buchempfehlung:

Interne Verweise

Kommentare

30. Jun 2019

Genau das empfinde ich immer, wenn ich aus größer Bergeshöhe auf die winzig kleinen Häuser blicke: wie sinnlos wird in diesen jeder Kummer und auch jedes Streiten.
Und wieder sehr feinst und poetisch, das Dichten unserer Marie!
LG Uwe

30. Jun 2019

Ja, Uwe, aus der Distanz relativiert sich fast alles, und ich stimme Dir zu – jeder Streit ist einer zu viel, danke für das „feinst“!!! und sei lieb zurück gegrüßt

Marie

30. Jun 2019

Die Nacht den Tag erträglich macht -
Man hat sich was dabei gedacht ...

LG Axel

30. Jun 2019

Da hast Du auch meine Empfindung in wunderbare Worte gefasst. Marie, dafür mein Lob und Dankeschön!

LG Monika

30. Jun 2019

Danke, darüber freue ich mich sehr, liebe Monika; herzliche Abendgrüße zu Dir -

Marie

30. Jun 2019

Hmmmm, sanft eingehüllt fühlt endsam fern von Kummer
beginnt mit deinen Versen nun mein Schlummer!

LG Yvonne

01. Jul 2019

Hab dich in sanften Schlaf gesungen?
Dann ist mir mein Gedicht gelungen …

LG mit Dank von Marie an Yvonne

01. Jul 2019

Wir müssen uns daran gewöhnen,
da hilft kein Klagen und kein Stöhnen.
Denn nun, wo die Sommer heiß und lang,
denke ich immer öfter an Wüstenland …

Sei lieb gegrüßt, Marie und genieße die Abkühlung …
Soléa

01. Jul 2019

Der Wandel, er ist permanent,
wohl dem, der’s annimmt und erkennt …

Liebe Grüße von Marie an Soléa

01. Jul 2019

Marie, Du suchst fast immer einen guten Ausweg in Deinen Gedichten, auch hier wieder, das gefällt mir. Die samtige Nacht löst den Stau auf, das brauche ich auch, will nicht im Grübeln stecken bleiben. In Frankreich sind die Temperaturen noch viel höher, über 40 Grad, die höchsten seit dem Beginn der Messung im Jahr 1761, das las ich im klugen Portal Wikipedia. Da kommt noch einiges an Umstellung und Anpassung auf uns und vor allem unsere Nachkommen zu. Gut, dass die Jugend für die Rettung der Natur auf die Straße geht!

Grüße zu Dir an einem relativ angenehm temperierten Montagvormittag –
D.R.

01. Jul 2019

Ich danke Dir, lieber Detmar - und stimme in allen Punkten mit Dir überein!

LG zurück zu Dir - Marie