Der Schattenbaum

von * noé *
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Der Schattenbaum durchbricht die Wand
gemalt von starker Sonnenhand,
die Treppenstufen bröckeln,
Moosanschläge zetteln
und feuchter Moderruch
wirkt außen schon wie Trauertuch.

Verfall umschleicht dies alte Haus
er klammert Lebenskämpfe aus,
die alle schon gefochten sind,
gebroch'ne Scheiben schüttern blind
und in den schuttgefüllten Ecken
kann viel Geziefer sich verstecken.

Spinnweben weben Schauer ein,
man möcht' hier nicht alleine sein,
wenn überall es einen gruselt.
Was über Kopf und Nacken wuselt
gehört in eine andre Welt,
die ist dem Dämon unterstellt.

Die Zeit hat sehr genagt am Zaun,
der friedet dieses Grundstück kaum,
mit seinen ausgelaugten Latten.
Die mitternächtlich dunklen Schatten,
sie treiben heulend in die Flucht,
wer hier das Abenteuer sucht.

Am Tage sieht 's idyllisch aus,
halt wie ein einsam stehend' Haus,
das sehr viel zu erzählen hätte -
und dennoch gruselt diese Stätte ...
Der Schattenbaum lehnt an der Mauer
und drinnen liegt was auf der Lauer.

© noé/2015 Alle Rechte bei der Autorin

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Kommentare

29. Mai 2015

(F)Ein Gedicht,
So wie ein Baum!
Mit sehr viel Licht!
(Mit Schatten kaum...)

LG Axel