Geisterjagd

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Müde ist sie, ohne Ruh',
drückt beide Augen ganz fest zu,
ansonsten müsste sie ja sehen,
wohin die Zeichen alle gehen ...

Früh hätte sie vielleicht erkannt,
nicht "sie" war es, den sie gebannt,
dass es bei ihm nur Neugier war,
sie zu erkunden, Haut wie Haar.

Er hat von ihrem "Geist" geschwärmt,
der ihn für sie so heiß erwärmt -
dabei war es sein Forscherdrang,
der sie in seine Arme zwang.

Halb zog er sie, halb sank sie hin,
schon etwas mehr in ihrem Sinn,
als pure Freundschaft jedenfalls -
und schon hatte er sie am Hals.

Wie wird man sowas wieder los?
Das Fragezeichen wuchs sich groß.
Um jeden Ärger zu vermeiden,
ließ er sie erstmal ziemlich leiden.

Er konnte auch nicht ehrlich sein.
Verletzen? Niemals nicht! Oh nein!
So zog es sich ein halbes Jahr,
was "feierlich" schon nicht mehr war.

Ihr "ach so schöner Geist" erwacht,
sie hat die Rechnung aufgemacht,
bis sie das Manko klar geseh'n -
schlussendlich ließ dann sie ihn geh'n.

Von seiner Grüblerstirne heiß
in Bächlein rinnt nicht mehr der Schweiß.
Das hat er prrrima hingekriegt!
(Denn schließlich war er nie verliebt.)

Von der Geschichte die Moral?
Auch Geisterjagd wird mal zur Qual ...
Drum lass' die Wörterschmuserei,
man spart der Nerven viel dabei!

© noé/2015 Alle Rechte bei der Autorin

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Kommentare

01. Mär 2015

Auf jeden Fall steckt doch zumeist
In dem Gedicht noch ziemlich Geist...
LG Axel

01. Mär 2015

Mit großem Können von der Seele geschrieben ... nimmt es (mir) beim Durchlesen den Atem.
Viele Grüße,
Corinna

01. Mär 2015

Danke, Coricori, für den Kommentar!
Das ist EINE von vielen Auslegungsmöglichkeiten.

03. Mär 2015

So ward der Geist gejagt, gestresst,
der sich nun nicht mehr stressen lässt.
Denn eines weiß die kluge Frau:
eine Männerherz ist Sauverhau!

:-))
Alf