Vater werden oder nicht, das ist gar keine Frage?

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Aus: Komische Wirklichkeiten

Wenn alle gleich viele Kinder hätten, der Erde und ihren Möglichkeiten angemessen, und niemand sagen würde „(m)ein Gott hat mir befohlen mich so oft wie möglich fortzupflanzen“, dann müsste niemand Angst haben! Wenn alle sich damit zufrieden gäben, daß gerade in Ihrer Heimat eine große Chance besteht, die Welt ein bisschen besser zu machen, dann müsste man keine Ausreden erfinden, warum man das, was andere sich erarbeitet haben, auch mit beanspruchen möchte.

Ausgenommen davon seien hier jedoch Menschen, die aus humanitären Gründen in ein anderes Land, einen anderen Erdteil gehen, um dort Hilfe zu leisten, denen, die sich selbst nicht helfen können. Doch auch das darf nichts mit religiös-missionarischem Eifer zu tun haben, sonst ist es eine Hilfe mit Hintergedanken, die streng zu verurteilen wäre...wenn es überhaupt einen ehrlichen Menschen auf der Welt gäbe, der etwas anderes als seine eigenen Interessen vertritt.

Aufgepasst: wer im Glauben sein Heil sucht und sich in dessen Namen bemüht überall Hilfe zu leisten, der vertritt ebenfalls „seine eigenen“ Interessen, denn er bekommt schließlich DAS Seelenheil für die geleistete Arbeit. Entscheidend dabei ist, wie in so vielen Dingen, die Einbildung, nicht das tatsächlich Erreichte – denn kein Mensch kann später mal überprüfen wer warum ein „Seelenheil“ erreicht hat. Das kann man nur zu Lebzeiten behaupten. Mehr nicht!

Schließlich gibt es auch Menschen(?), die behaupten sie bekämen 72 Jungfrauen im Paradies, wenn sie sich als lebende Bomben in die Luft sprengen und dabei tollerweise auch gleich 50 „Ungläubige“ mit in den Tod reißen. Das wäre, wenn es nicht derart blutige Folgen hätte, im höchsten Maße lächerlich! Lächerlich sind aber auch weniger brutale Anstrengungen, die im Namen eines Gottes erbracht werden.

Nur die GEWISSENHAFTE, also, dem eigenen, tiefsten Empfinden verpflichtete Hilfe, wird zurecht erbracht. Alles andere ist pure Augenwischerei! Ebenso, wie es pure Augenwischerei ist, zu behaupten, man sei ausschließlich am Frieden interessiert, während man mit seinen 12 Kindern in ein fremdes Land geht, um dort etwas von dem zu beanspruchen, was man nicht selbst mit aufgebaut hat. Und dies auch noch, ohne je den Nachweis erbracht zu haben, daß einem Derartiges überhaupt möglich ist!

Der Gipfel der Frechheit aber ist es, ein Land besiedeln zu wollen, in dem man die Bräuche und Gesetze der Einheimischen nicht nur miss- sondern auch ver-achtet, weil man selbst ja völlig anders gestrickt ist. Dann fehlt nur noch, daß man auch hier eine Art missionarischen Eifer vorgibt, in welchem das Recht, die anderen verdrängen zu dürfen, bereits enthalten ist. Da ist dann vielleicht doch ein „ehrlicher“ Krieg „anständiger“.

Hochzivilisierte Nationen meinen immer, man müsse doch den „armen Kindern“ eine Zukunft bieten. Ist damit gemeint, daß diese „armen Kinder“ dann auch anschließend eine Zukunft für die, welche ihnen geholfen haben, ausschließen dürfen? Manchmal reicht schon das bloße, reichliche Vorhandensein aus, um eine ganze Welt ärmer zu machen! Wenn eben nicht genug Platz da ist, für alle, die da rücksichtslos in die Misere hineingeboren werden, dann wird auch dadurch keiner zusätzlich geschaffen, daß man den Rücksichtslosen zu einem verhilft.

Die Weltbevölkerung steigt exponentiell! Aber nicht in allen Ländern – nur in denen, die ganz besonders „friedlich“ mit ihren Eroberungsplänen beschäftigt sind. Ein Leichtes ist es für sie, sich auf das Mitleid derer zu verlassen, die sich immer nur selbst beschuldigen jemand auszubeuten, der wirtschaftlich nicht ganz so klug ist wie sie selber. Eine moralische Qualifikation aber haben sich die Armen, gegenüber den Reichen nicht dadurch erworben, daß sie hungern. Sie müssten schon auch ein bisschen guten Willen zeigen...
„Vater werden ist nicht schwer, Vater sein dagegen sehr“ - oder hat das auch wieder nur ein Irrer behauptet?

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Kommentare

11. Jul 2016

Hallo Alf,
ein Freund der Gutmenschen wirst Du mit diesen Ausführungen bestimmt nicht. Die Perversität unserer "Entwicklungshilfe" Und Flüchtlingspolitik" hast Du aber in faszinierender Weise auf den Punkt gebracht - danke!

12. Jul 2016

Ich bedake mich!
Es ist schwer heutzutage noch verstanden zu werden, wenn man die Wahrheit sagt.

LG,Alf

17. Dez 2016

Ein überaus kluger Essay, mit dem ich voll übereinstimme. Inzwischen trauen sich ja auch schon ernst zu nehmende Wissenschaftler, sich dahingehend zu äußern. Ich gebe die Hoffnung nicht auf.
Noch einen schönen Abend und lichtvolle Grüße, Monika