Rückkehr zur Linie

Bild von Soléa
Bibliothek, Mitglied

Weit in der Ferne sah ich es recht gut, dieses Desaster.
Es hatte sogar etwas schrecklich Fantastisches mit seinen schwarzen undurchsichtigen Rauchwirbeln. Sie ragten als verzogene
Strudel zum Himmel hinauf und in der ganzen weiten Landschaft betrachtet, hatten sie etwas Vages von einem Kaleidoskop.

Sie waren überall.

Ich fragte mich selbst, ob nicht Blut Geysire die Landschaft streiften. Wahrscheinlich nicht . Meine Phantasie trickste mich bestimmt aus.

Ich, ich war fern ab von diesem Schauspiel. Manchmal hörte ich undeutlich den Lärm der Fehlzündungen aus den schweren Maschinengewehren
der Verbündeten. Oder der Feindlichen? Ich wusste es nicht. Doch wo ich mir sicher war, das waren die hellen und nicht männlichen Schreie, die die Luft
musikalisch verzauberten.

Es waren die Verbündeten, meine Kameraden, die Feiglinge.

Der Feind, er war unsichtbar, lautlos und die einzigen Schreie die er preisgab waren seine Schlachtrufe. Er kämpfte im Namen seines Gottes.

Die Landschaft die sich vor mir erstreckte, sie hatte etwas Grandioses, Hervorragendes und heiteres. Der Krieg der überall donnerte, verschüttete doch
eine überraschende Poesie, nämlich die Verzauberung eines Alltags, die der Soldat gut kennt. Das Leben und der Tod tanzten ein zartes Ballett miteinander
und die Kämpfe die mit Sicherheit episch waren, spielten sich bestimmt wie in den römischen Schlachten ab

Manchmal beleuchteten Blitze die Soldaten und diese brachten oft den Tod mit sich, denn sie kamen von den selbstgebauten Bomben des Feindes.

Feind der zugleich begabt und unermüdlich war, im Gegensatz zu meinen Kameraden.

Sie starben alle . Einer nach dem anderen, oder verkrampften sich wie Würmer. Das Gesicht zum Boden und die Beine auf einer grotesken Art in der verrauchten Luft gekrümmt.

Ich weiter entfernt, keuchte und zitterte vor Müdigkeit. Ich kroch fünf Meter um mich herum, auf der Suche nach dem Fuß der mit fehlte. Denn ich brauchte wirklich meinen Fuß.

Er war nirgendwo. Nicht in den kargen Sträuchern, oder in dem riesigen Loch dass ein Granatwerfer verursachte.

Ich war in einer prekären Situation. Mein Fuß war verschwunden und ich konnte die Blutung nicht stoppen, denn wenn ich ein Fetzen meiner Uniform abreißen würde, somit
würde ich gleich mit zerrissen werden. Denn sie war wörtlich mit meinem Fleisch verschmolzen und formte deshalb ekelerregende Blasen aus koaguliertem Blut.

Ich werde sterben.

Ich wusste es seit dem Moment wo mein Trupp den Befehl bekam, sich in diese Zone zu begeben.

Wir waren Anfänger ... nichts.

Unser Kapitän war ein ehemaliger Soldat des Maschinenbaus und das sah man. Ich werde ja sterben, und das wollte ich wenigsten mit ein bisschen Würde tun. Deshalb
brauchte ich meinen Fuß.

Ich sah bestimmt beklagenswert aus.

Ich wusste nicht einmal wo ich war. Im Osten erstreckte sich ein unendliches Plateau. Im Westen Hügel . Im Norden Krieg. Im Süden weiß ich es nicht, oder besser, ich
wusste es nicht mehr.

Ich hatte mein Kurzzeitgedächtnis verloren. Ich wusste nicht einmal was ich hier machte. Das letzte woran ich mich erinnern konnte, waren die Granatsplitter die mich
an der Brust und an der Leiste verletz hatten. Daraufhin wurde mir schwindlig und wegen ihnen verlor ich auch mein Gehör. Das gab mir jetzt einen bedeutenden Vorsprung.

Würde der Feind sich jetzt hierher begeben, somit hätte ich das Glück ihn sehr spät zu hören oder vielleicht gar nicht. Nur sehr dunkle und helle Töne kann ich noch hören.

Die Waffen und die Schreie meiner Kameraden.

Ich fragte mich wie ich hier wohl heraus kommen werde oder wie ich mit Würde sterben könnte.

Die Blutung wurde nicht weniger. Im Gegenteil . Sie erbrachten einen konstanten Fluss Blut, der dann in der trockenen Erde verschwand. Meine Uniformhose
war Purpur gefärbt und es war von einem fabelhaften Kontrast gegenüber der kargen Landschaft die mich umringte.

Ein zartes prickeln dass höchst angenehm war, verbreitete sich langsam aber unaufhaltsam in meinen Kopf. Es betäubte ihn sogar. Ich würde gerne
sagen, dass ich plötzlich meinen Kopf wegen einer Explosion hob, doch meine Bewegungen waren nicht mehr plötzlich.

Es gab keine Bewegungen mehr.

Denken, dass konnte ich noch.

Wenn ein Soldat stirbt, sollte er nicht glorreich sterben? Durch Heldentaten in der Dämmerung des Krieges oder zusammengebrochen
unter der Verzweiflung eines ganzen Landes?

Doch ich war hier! Erbärmlich, langsam begraben von dem körnigen Sand der um mich herumwirbelte.

Ich werde Tod im Sarg der Wüste sein. Verschluckt von der Unbewusstheit des beschützten Landes, und in den letzten Gedächtniskämpfen meiner
Kameraden, die dann meinen Tod mit Blumen schmücken werden und das im Namen der Pflicht. Auch wenn diese selben Kameraden lieber in der
Vergesslichkeit versinken würden, denn verwüstet und verstümmelt durch den Krieg, wie werden sie die zukünftige Realität bewältigen?

Ich spürte sie -diese monströse Welle- die mit Galopp vom Horizont des Todes auf mich raste.

Ich wurde immer mehr ein Stück bewegungsloser Soldat, der unerbittlich nach Hoffnung mit seiner Hand greift und der erschüttert, von immer
schrecklicherem Zittern sich krümmte.

Der Krieg verschluckt in seinen Eingeweiden das Fressen, das die Menschheit und die Religion ihm schenkt.

Ich möchte etwas küssen wie es Soldaten zu tun haben. Ein Bild , ein Brief , ein Glücksbringer.

Doch ich küsste nur den zarten Tod. Abfahrt zum unendlichen. Saftiger als die Erholung des erschöpften Soldaten. Wunderbarer als die Freiheit mit
seinen Händen zu greifen und mehr…

Original:

Retour à la ligne.

Tout au loin, je le voyais bien ce désastre.

Il avait même quelque chose de terriblement fantastique avec ses volutes de fumée noire et opaque. Elles s’élevaient dans l’air en espèce de tourbillon étirés, qui, lorsqu’on les
contemplait dans l’entier tableau avait vaguement quelque chose d’un kaléidoscope.

Il y en avait partout.

Je me demandais même s’il n’y avait pas des geysers de sang qui striait le paysage de zébrures. Probablement que non, mon imagination devait me jouer des tours.

Moi, j’étais loin de tout cela.

J’entendais aussi parfois, indistinctement, le bruit des pétarades qui s’échappaient des mitraillettes lourdes alliées, ou ennemies, je ne savais pas. La seule
certitude que j’avais était les cris aigus et peu viril qui emplissaient l’air d’une musicalité bien douce.

C’étaient les alliés, mes camarades, les peureux.

L’ennemi, lui, était invisible, silencieux et les seuls cris qu’il poussait étaient ses cris de guerres. Il combattait au nom de son Dieu.

Ce paysage qui s’éternisait devant moi, il avait quelque chose de grandiloquent, de superbe et de serein. La guerre jaillissait peut-être de toutes parts, mais
une étonnante poésie s’en dégageait ; l’envoûtement d’une banalité que le soldat connaissait bien. La vie et la mort dansaient ensemble un doux ballet sensuel, presque fusionnel.

Les combats, assurément épiques, devaient se dérouler comme lors des guerres romaines, je suppose.

Irrégulièrement, des éclairs illuminaient les soldats, emmenant bien souvent la mort dans leurs sillages, puisqu’elle provenait des bombes artisanales de l’ennemi.

Ennemi doué et infatigable, contrairement à mes camarades.

Ils mouraient un par un, ou agonisaient en se convulsionnant comme des vers, la face contre terre et les membres inférieurs s’arquant grotesquement dans l’air enfumé.

Moi, plus loin, j’haletais et tremblait de fatigue. J’avais rampé sur plus de cinq mètres tout autour de moi, à la recherche du pied qui me manquait.
Parce que j’avais vraiment besoin de mon pied.

Il était nulle part, ni dans les buissons austères, ni dans le grand trou de mortier qui se trouvait là aussi.

J’étais dans une situation précaire, mon pied s’était fait la malle et j’étais dans l’incapacité de stopper l’hémorragie, puisque si j’arrachais un lambeau
de mon uniforme, j’allais y passer avec, puisqu’il avait littéralement pénétré dans mes blessures, s’unifiant avec la chair, pour former par moment des boursouflures
de matière visqueuse et nauséabonde avec le sang coagulé.

J’allais mourir.

Je le savais bien, je l’ai su dès que mon escouade avait eu l’ordre de se rendre dans cette zone.
On était des novices, des bleus, rien.

Notre capitaine était un ancien du génie, et cela se voyait. Puisque j’allais mourir, je voulais au moins mourir avec un semblant de
dignité et pour cela il me fallait mon pied.

Je devais avoir l’air lamentable.

Je ne savais même pas ou j’étais. A l’Ouest ne s’étendait qu’un interminable plateau. A l’Est, des collines. Au Nord, la guerre.
Au Sud, je ne savais pas, ou plutôt je ne savais plus.

J’ai perdu ma mémoire à court terme. Je ne savais même pas ce que je foutais ici. Le plus récent des événements dont je me souvenais était que j’ai été
blessé par des shrapnels au torse et au niveau de l’aine. Ils m’ont étourdi et grâce à eux, j’ai même perdu une grande part de mon ouïe, ce qui me
procure désormais un avantage non négligeable.

Si l’ennemi se rendait ici pour me tuer, alors j’aurais le bonheur de ne l’entendre qu’au dernier moment ou peut-être pas du tout. Seuls les bruits
très graves et très aigu me parvenaient.

Les armes et les cris de mes camarades.

Je m’interrogeais sur comment j’allais me tirer d’ici ou sur comment j’allais y mourir dignement.

L’hémorragie ne diminuait pas, au contraire, elle vomissait un débit constant de sang qui disparaissait dans la terre sèche. Mon pantalon d’uniforme
était d’un rouge cramoisi qui contrastait fabuleusement avec le paysage stérile qui m’entourait.

Un picotement doux et fort agréable se propageait lentement mais fermement dans toute ma tête. Il l’engourdissait même. J’aimerais dire, que je
venais brusquement de lever ma tête, suite à une détonation plus importante, cependant il n’y avait plus de brusquerie dans mes mouvements.

Il n’y a même plus de mouvements.

Réfléchir était la seule chose dont j’étais encore capable.

Lorsqu’un soldat meurt, ne devrait-il pas mourir glorieusement, en ayant commis un acte héroïque, dans le crépuscule de la guerre, ou écroulé sous
le désespoir d’un pays entier ?

J’étais pourtant là, misérable, peu à peu recouvert du sable granuleux qui virevoltait à côté de moi.

Je serai mort dans le tombeau du désert, avalé dans l’inconscience du peuple défendu et dans les derniers soubresauts de mémoire de mes camarades, qui orneraient
alors ma mort de fleurs, au nom du devoir. Même si ces mêmes camarades aimeraient sombrer dans l’oubli le plus total, car dévastés et mutilés par la guerre, comment affronteront-ils la réalité future ?

Je la sentais, cette vague monstrueuse, galopant de l’horizon de la mort droit sur moi.

Je devenais peu à peu, un amas de soldat immobile, qui empoignant l’espoir farouchement alors qu’il ne bougeait même plus, était agité par des
tremblements effroyables le rendant plus inerte encore.

La guerre avale dans ses entrailles la nourriture que l’Humanité et la Religion lui offrent.

J’aimerai embrasser quelque chose, comme les soldats se doivent de le faire. Embrasser une photo, une lettre, un porte-bonheur.

Mais je n’embrassais que la douce mort, départ de l’infini, plus succulent que le repos du soldat exténué, plus miraculeux que d’attraper la liberté de ses mains et bien plus…

Anmerkung:
Diese Geschichte ist aus der Feder meiner Tochter, die meinem Wunsch nachgab, sie hier veröffentlichen zu dürfen. Sie schrieb sie im Alter von 16 Jahren.

Zeichnung: © Lupine
Rechtshinweis:
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Interne Verweise

Kommentare

24. Jan 2017

Bin stark beeindruckt. Da fühlt sich eine junge Frau in das Elend eines sterbenden jungen Soldaten ein. Mit welcher Kraft sie die Fassungslosigkeit und Kopflosigkeit des Soldaten beschreibt, der seinen durch eine Detonation abgerissenen Fuß sucht, ans Sterben denkt, ohne wirklich daran glauben zu können. Wahnsinn. Eine Geschichte, die sich auf den Atem legt. Dafür meine große Anerkennung. Talentschmiede: Mutter und Tochter.
Auch der Sound in Französisch klingt so gut in meinem Kopf. Allerdings täte mir Auffrischung gut. Doch...
LG Monika

24. Jan 2017

Alle Achtung! Ich schließe mich Monika an. Dieses sich Hineinfühlen ist großartig.

Liebe Grüße Lisi

24. Jan 2017

Herzlichen Dank, Monika und Lisi, von meiner Tochter und mir für euren Kommentar...er macht uns gleichermaßen Stolz. Als ich 16 Jahre alt war, dachte ich bestimmt auch an Krieg aber nie an ein so detailliertes Sterben! Als ich die Geschichte las, fühlte ich mich danach erschöpft.. wie auch heute . Auch einen lieben Dank an euch sichtbaren und unsichtbaren Leser!!!!
Viele Grüße
Soléa