Fragen zum 24. Dezember 2016

von marie mehrfeld
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War es so? Gebar Maria ihren Sohn vor 2000 Jahren in einem Stall? Legte die junge Mutter ihr Kind in eine Futterkrippe? Lagen da unter dem Himmelszelt hütende Hirten auf dem Feld? Sprach ein Engel im Sternenlicht zu ihnen, fürchtet euch nicht, sagt es weiter, ein Kind wurde geboren, das Licht, Frieden und Versöhnung auf die Erde bringen wird? Hat dieses besondere Kind in jener heiligen Nacht die Welt heller und friedlicher gemacht? Wo leuchtet dieses Licht, wo zeigt sich dieser Frieden heute?

Ist nicht besonders die Geburtsregion des Christkindes seit langer Zeit in Aufruhr und voll Terror und Hass? Tragen die Siegermächte des 1. Weltkrieges nicht eine historische Mitschuld daran? Weil sie 1920 das Osmanische Reich ohne Rücksicht auf Stammes- und Religionszugehörigkeit neu aufgeteilt haben? Ist die gefährliche Gemengelage aus dem Nahen Osten nicht längst in unserem Land angekommen? Hatten wir nicht in unserer Hauptstadt grade einen mörderischen islamistischen Anschlag auf einen Weihnachtsmarkt - auf unsere freiheitlich demokratische Grundordnung?

Ist das Feiern der Geburt dieses besonderen Kindes nicht trotzdem und grade jetzt wichtig? Weil es hilft, sich auf die Botschaft von Frieden und Versöhnung zu besinnen? Damit wir zugewandter und respektvoller miteinander umgehen? Damit wir die Kraft und den Mut haben, uns klar gegen Hassbotschaften zu stellen? Damit wir lernen, zu begreifen, dass sich nicht nur unser Land, sondern die ganze Welt im Umbruch befindet?

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Kommentare

Detmar Roberts
24. Dez 2016

Deine Fragen zum Weihnachtsfest regen mich zum Nachdenken an. Gut, dass du die Konferenz in San Remo 1920 erwähnst, weil man oft vergisst, warum die Region des Nahen Ostens so in Schieflage geraten ist. Und ja, ich gebe dir recht, allen Anschlägen zum Trotz müssen wir feiern und uns draußen zeigen, wir dürfen uns nicht einschüchtern lassen, sonst haben DIE erreicht, was sie wollen.
Also feiere dieses Fest, Marie, auf deine Weise. Grüße D.R.

24. Dez 2016

Danke für deine Worte - ich werde mir mit meiner Familie heute Nachmittag
das große Stadtgeläute vor Ort anhören und dabei sicher viele Menschen treffen,
die ich kenne und mag. Die wahrscheinliche stärkere Präsens von Polizei nehme
ich in Kauf, das muss jetzt so sein. Auch Dir frohe Weihnachten, Detmar!
LG Marie