Der Lustfluss

Bild von Alf Glocker
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Das Leben ist ein scheinbar nicht endender Lustfluss, der auf vielen verschiedenen Ebenen gleichzeitig stattfindet, um einen einzigen Impuls darzustellen, der ebenso kreativ wie hirnlos ist. In ihm kommt der göttliche Wille zum Ausdruck, sein Delta zu finden, damit er sich in das Meer der Ereignisse ergießen kann, das durch die Zeit gebildet wird.

Darin aalen sich die unbegrenzten Möglichkeiten der Zerstreuung, der Darüber-hinweg-Täuschung, was wer wirklich ist – der Pein und des Krieges, der Vorherrschaft des ewigen Bösen wegen dessen Anspruch, sich im Guten zu materialisieren, martialisch ist. Venus und Mars regieren als Geschwisterpaar gleichberechtigt die Welt.

In diesem Strom der schreienden Stimmen, der fühlenden Nervenenden, der gaukelnden Bilder und der restlosen Hingabe an eine Illusion, die echter nicht sein kann, entwickelt sich eine Vorstellungsdimension nach der anderen. Alle zusammengefasst bilden, Epoche um Epoche, das Licht. Und dort drückt sich die Hilflosigkeit der Liebe aus …

Sie entsteht wie ein um sich greifendes Feuer – von allen Himmeln bis in alle Höllen reichend – an dem der Gesunde erkrankt und wodurch der Kranke gesundet. Aber das Rauschen der Omnipotenz ist, bis in die winzigsten Ecken des Universums, erfahrbar, sprich hörbar, riechbar, schmeckbar, fühlbar, sichtbar … geborgen in der Propriozeption.

Darin empfindet sich das Wesen als Bestandteil eines Ganzen, das nur innerhalb eines wilden Flusses vorhanden ist, aber darüber hinaus flimmert und webt, wie eine freie Blase des alles durchdringenden Nichts, welches sich neben dem Luststrom bewegt, um seine ganz spezielle Darstellungsform aufzufinden, damit es ansprechbar ist.

Wäre das Denken auch ein Sinn, dann wäre es diesem tiefsten Etwas sehr ähnlich, denn in der reinsten, unverfälschstesten Form des Seins hat der „Astralkörper“ einen Januskopf, der beide Seiten entdecken kann, so er dazu imstande ist. Denn vor dem geistigen Auge liegt sie ausgebreitet, die glänzende Flusslandschaft im Schein unendlich vieler Sonnen.

Die Energien sind gleichmäßig verteilt! Jeder weiß ganz genau wie er „aussieht“, versucht jedoch „in der Realität“, eine Geltung zu erfahren, die, mitgerissen vom Lustfluss, manchmal die fundamentale Bedeutung der Identität übersteigt. Innerhalb des Bereiches brodelnder Streitsucht, im Sinne der Evolution, muss das jedoch streng verborgen bleiben.

Sonst gerät der Schöpfungszwang ins Stocken. Die schonungslose Selbsterkenntnis kann alles verhindern: den Austausch der Kräfte zwischen „Nichtdenkend“ und „Philosophisch“, wobei es immer wieder zu heilsamen Hinrichtung kommen kann. „Kann“, nicht muss! Sollte eines Tages der Wahnsinn obsiegen, dann hat sich die Omnipotenz ad absurdum geführt.

Dann wird überall spürbar, wie unnütz der Reigen markerschütternder Höhepunkte ist, der die Lebendigen bis an den Rand des Wachseins im Rausch, oder die niederen Formen zur Erfüllung durch Selbstaufgabe führt, bei der hauptsächlich die Männchen zuerst sterben (Bienen, Spinnen, Eintagsfliegen). Das tut jedoch dem endlosen Drang keinen Abbruch.

Geradezu kurios wird das Überlebensspiel, sobald eine Kanalisierung der Energien stattfindet – wenn man die Kräfte, nur innerhalb zementierter Rituale, in ein Bett aus Vorgaben zwängt, die keine Entfaltungsmöglichkeiten mehr zulassen. In diesem Fall ist das Gehirn, als betrachtendes Element, ausgeschaltet … bewusstes Er-Leben völlig unmöglich.

Das ist zwar hocheffizient, was den Transport der bloßen Materie, von einem Zeitabschnitt in einen anderen angeht, aber höchst kontraproduktiv, im Sinne der gedanklichen Dimension, die nur auf einer nicht gemaßregelten Geistesebene zu erreichen ist. Ihre Bezeichnung könnte lauten: „Eins werden mit dem Universum“, oder „Kind ewiger Weisheit zu sein“!

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Kommentare

30. Mai 2020

Für Matschgehirne kein Problem,
den sie sind gemacht aus Lehm!

LG Alf