Der Käufer auf dem Flohmarkt - Page 11

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ausnahmsweise nur mit dem Fahrradanhänger. – Viel Treibstoff braucht die Kehrmaschine, damit das Parkhaus kritiklos bleibt …«
Notlügen sind für Tim Käufer wie Fallschirme, die er beim Fliegen und Fallen immer dabei hat. Auch kann er die Wahrheit ein wenig verkürzen, wenn sich die Lügen offensichtlich erläutern lassen.
»Gut zu wissen, Herr Käufer. Lassen Sie sich nicht erwischen, sonst werden wir reagieren!«
Eine leere Drohung ist dennoch voll mit Lügen und Erdichtungen überfüllt. Fühlen kann Tim Käufer solche Anmerkungen und Vormerkungen, und der Höflichkeit entsprechend hat er vor, zu gehen. Noch beim Gehen spürt er, wie der Beamte etwas auf dem Herzen liegen hat.
»Ach, Herr Käufer! Sie sind sicherlich die Straße zu Fuß gegangen … Wir sind auf der Suche, nach einem Mann, der keine Zunge hat. – Haben Sie heute mit jemandem gesprochen, der keine Zunge hatte?«
Behilflich kann man überall sein, wo eine Geld-Belohnung achtsam wartet. Die Mithilfe und Unterstützung brauchen die Ordnungshüter gleichermaßen wie die anderen Menschen. Nur Hilfe und Beistand kann man erst dann geben, wenn man weiß, wo die Hilfestellung sich auserwählt erfüllen lässt.
»Nein … Ich glaube, wenn der Mann keine Zunge hätte, wäre er sicherlich sehr, sehr schweigsam.«
Sagte nachdenklich Tim Käufer und leistete somit die Erleichterung und kleine Hilfestellung für den Herrn in Grün.
»Da haben sie Recht, Herr Käufer.«
Nachdenklich wurde der Polizist beim Sagen und dachte gründlicher nach, dass er solche Erkenntnisse und Erleuchtungen bei der Suche nach dem Mann zuvor nicht hatte. Durch Tims Vorschlag wurde der Beamte klarsichtig und er kann die Verfolgungsjagd nun besser fortführen …
»Danke, darf ich erfahren, was der Mann gemacht hat?«
Sagte Tim Käufer sehr neugierig und wartet auf die Rückmeldung.
»Einen Weinladen hat er besucht und hat dort viele Weinflaschen ohne zu bezahlen ausgetrunken.«
Schweigepflicht besteht vermutlich für den Streifenpolizisten nicht und bestimmte Informationen darf er niemandem preisgeben. Ein Preis für eine Tatsache und Gegebenheit wäre bereitwillig und freilich zu erwerben.
»Oh, sowas würde ich gerne sehen …«
Sagte Tim mit Ehrlichkeit und Offenheit. Offensichtlich haben die Beamten es sehr eilig und dringend, denn als die andere Beamtin kommt, sagt der Ordnungshüter:
»Nicht so viel rauchen, Herr Käufer. – Oder kaufen Sie sich eine elektrische Zigarette. Sehr eilig und dringend haben wir es … Die Tanksäule können Sie gleich benutzen. Auf Wiedersehen, Herr Käufer!«
Und schon sind die Beamten am Fahren und auf der geheimen Verfolgungsjagd. Darauf folgend schiebt Tim den Fahrradanhänger an die Zapfsäule ran und fragt sich dabei verwundertt, wieso die Tankstelle „Treibstoff-Brunnen“ heißt … Die zwei Benzinkanister sind noch leicht und mühelos zu tragen. Ertragen muss er den unangenehmen Benzin-Geruch nicht, daran ist er bedauerlicherweise schon gewöhnt. Beim Auffüllen der Benzinkanister geht der Treibstoff reichlich im Überfluss und verschmiert währenddessen nicht nur den Boden, sondern zudem die Hände, Jeans und Schuhe. Nachfüllen möchte er dennoch und noch die letzten Tropfen aus der Zapfsäule rausholen. Der erste Benzinkanister hat genügend Benzin und für die nächsten Tage ist er somit gut versorgt. Der zweite Benzinkanister ist für die übernächste Woche gedacht, hoffentlich wird er damit auskommen. Falls nicht, kommt er am Ende der nächsten Woche wieder. Wieder ist der Benzinkanister zu voll und mehr Benzin geht nachdrücklich nicht rein. Nach ein paar Tropfen und die Fahrt zur Arbeit kann beglückend starten! Während der Benzin-Befüllung und dem fließenden Benzin verspürt er den Drang, auf die Toilette zu gehen … Einfach weggehen kann er selbstverständlich nicht und die Benzinkanister können selbst nicht herumwandern. Aus diesem Grund muss er hierbleiben, damit niemand sich der Benzinkanister bemächtigen kann. Bekanntlich haben viele Menschen lange Finger, Adleraugen, Löwenmut und eine Habgier, die sich mit einem Raben vergleichen lässt. Den Fahrradanhänger lässt er an der Tanksäule stehen und die Benzinkanister versteckt er gründlich und gewissenhaft. Noch beim Gehen möchte er sich vergewissern, ob man die Kanister sehen und heimlich entwenden kann … Entweder kann es gestohlen werden, oder die Kanister werden Füße kriegen und werden schreiend herumlaufen. Tierischen Durst verspürt Tim bedauerlich, gleichwohl möchte er seine Blase entleeren. Manche Bedürfnisse und Notwendigkeiten muss man ergötzlich unterdrücken, wenn man die Erforderlichkeit überbrücken möchte. Die Entscheidung fällt ihm nicht leicht: Der Klo-Besuch wird sicherlich einige Minuten in Anspruch nehmen und ein Rabe oder eine Krähe hätte genügend Zeit, um die Benzinkanister an sich zu reißen. Fortfliegen könnte ein Rabe und eine Krähe mit dem Kanister und den Treibstoff nutzbringend und sinnvoll nutzen. Umso mehr er darüber nachdenkt, desto weniger Zeit bleibt ihm. Stehenbleiben tut er nicht, sondern geht im Sauseschritt in die Tankstelle rein. Rein und sauber sieht der Boden nicht aus, denn der Herbst hinterlässt Spuren der Vergänglichkeit und die Schuhabdrücke können es überall bezeugen. Ein Tankstellenwart ist entzückt, dass sich ein geehrter Stammkunde blicken lässt. Wieder macht die Tankstelle durch Tims Besuch viel Umsatz und Gewinn, und von dem Tankstellenwart möchte Tim erfahren, wieso die Tankstelle „Treibstoff-Brunnen“ heißt.
»Moin, Herr Tankstellenwart! – Hier ist Herr Käufer und der Stammkunde! Zwei Benzinkanister habe ich heute betankt und ich kann froh sein, dass ich die Kehrmaschine vor der Tankstelle versteckt abgestellt habe!«
Sagte Tim. Lachen und Weinen kann der Tankstellenwart darüber. Nicht zum ersten Mal befährt Tim die Tankstelle mit der Kehrmaschine und schon oft bediente er sich mit ihr an der Zapfsäule. Sauer und empört können nur die Gesetzeshüter darüber sein …
»Hallo Tim Käufer! – Bitte schnell bezahlen und gehen … Die Polizei und alle Beamten suchen irgendeinen Mann, der keine Zunge hat. Heute sind schon vier Polizei-Kutschen vorbeigekommen und haben reichlich getankt. Ich glaube und hoffe sehr aufrecht, dass die Gesetzeshüter wiederkommen. Viel Umsatz sehe ich heute durch das Verbrechen und die Verfolgungsjagd kommen.«
Wo viele Nachteile sind, dort können sich viele Vorteile nur nach gewissen Erwägungen und Überlegungen teilen und erkennen lassen, dass die Vorteile vorteilhaft bleiben. Auch ist die Sichtweise entscheidend, was man als Vorteil oder Nachteil bezeichnen möchte.
»Bezahlen werde ich selbstverständlich sofort. – An der ersten Zapfsäule habe ich Benzin gezapft … Nur noch das Klo muss ich schnell besuchen und dort Flüssigkeit abseihen.«
Sprach Tim verharmlosend über den menschlichen und selbstverständlichen Drang und sein

Lektor: Axel C. Englert

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