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Ismael und Marika

Bild von Anita Zöhrer
Bibliothek

Sternenstaub schwebte wie Schneeflocken zu Boden. Kerzenlicht erwärmte die Herzen des Zauberers Ismaels und seines Mädchens Marika. Die Sonne war längst hinterm Horizont verschwunden und hatte ihrem kleinen Bruder dem Mond Platz bereitet.

Niemals würde sie ihn verlassen, schwor Marika Ismael in jener verhängnisvollen Nacht. Sie liebte ihn und nicht minder liebte Ismael sie. Zum Beweis zauberte er aus den Sternen am Himmel eine Rose – für die Bewohner des Zauberlandes Zeichen der Liebe und Verbundenheit in guten wie in schlechten Zeiten.

Marika schmiegte sich an Ismael und Ismael legte seinen Kopf auf den ihrigen. Ein lauter Krach gleich einer Explosion erschütterte sie; zwei rote, leuchtende Augen waren das Letzte, an das sich Ismael nach Tagen erinnerte.

Feucht wie das Gras vom Tau am Morgen waren die Augen des Zauberers, als er an den Ort zurückkehrte, an dem das Unglück geschehen war. Mit seinem Zauberstock in der Hand stand er auf dem Hügel und ließ seinen Blick in die Ferne schweifen. Sein Mädchen war fort; entführt von einer bösen Macht, der er kaum gewachsen war. Seine Chancen, sie wieder zurückzuholen, waren gering, dennoch ließ er sich davon nicht einschüchtern.

Leise ließ er ihren Namen über seine Lippen gleiten und breitete seine Arme aus. Ein Schrei ließ seine Heimat erbeben; zum Kampfe war er bereit.