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Einen Versuch wert?

Bild von maruschka
Bibliothek

Das, was man glaubt,
stets ehrlich benennen?
Und dabei gegen den
Mainstream anrennen?
Sich selbst überwinden,
um es zu wagen,
beim Sprechen auch
dann die Meinung sagen,
wenn man befürchtet,
Gesicht zu verlieren?
Takt und Behutsamkeit -
stets integrieren?
Man sollte es ruhig
einmal mutig probieren,
die Ansichten offen
und frei auszutauschen,
um dabei den Worten
der Andren zu lauschen.
So kann die Spreu sich
vom Weizen trennen,
man lernt, Konflikte
beim Namen zu nennen.
Vor allem die Vielfalt,
sie würzt unser Leben,
hilfreiches Nehmen,
es wechselt mit Geben.

Das ist nicht einfach?
Da hast du wohl Recht.
Doch sich darin üben –
es wäre nicht schlecht.

Kommentare

10. Mär 2018

Liebe Marie,
da hast Du ein schwieriges Thema angesprochen. So können spontane und verletzende Äußerungen viel Schaden in der Seele des anderen Menschen anrichten. In dieser Hinsicht denke ich häufig an das Sprichwort " Reden ist Silber, Schweigen ist Gold". Und Deine Fragezeichen weisen ja schon auf eine Behutsamkeit hin. Danke für den anregenden Text.

LG Monika

10. Mär 2018

Monika, danke. Ich meine vor allem, dass man ausspricht, was aus falscher Scham oder aus Angst, ausgegrenzt oder angeprangert zu werden, runterschluckt. Verstimmungen oder "dickeLuft", wie man so sagt, kann man durch klare Worte aufbrechen, um aufatmen zu können. Wenn man es mutig angeht, kann man "Freunde" verlieren - aber auch gewinnen. Solche Situationen erleben wir täglich an vielen Orten, in Familien, Freundeskreisen, auf der Straße, in der Politik. Wer es deutlich an- und ausspricht, dem sind "die Anderen" hinterher meistens sehr dankbar. Das von Dir zitierte Sprichwort teile ich. Aber es gibt auch Situationen, in denen Reden angesagt ist, während Schweigen auch feige sein kann. Ein vielseitiges Thema.

Liebe Grüße - Marie

10. Mär 2018

Liebe Marie, da stimme ich ganz mit Dir überein. Takt und Behutsamkeit im Gespräch sind ungemein wichtig. Und das empathische Gespräch an sich verbindet und klärt. Nochmals danke für Dein Gedicht.

LG Monika

10. Mär 2018

Wie Du lesen kannst, liebe Monika, habe ich Dein "Takt und Behutsamkeit" aus Überzeugung mit eingefügt, auch ich halte sie in gemeinsamen Gesprächen - für unabdiingbar. Danke für den Tipp..

LG Marie

10. Mär 2018

Liebe Marie, ich danke Dir sehr für dieses Gedicht. Ich bin ganz Deiner Meinung. Schweigen würde ich nicht, aber wirkliche Freunde, und die sind selten, auch nicht verletzen, sondern meine Meinung ganz ruhig hervorbringen. Meines Erachtens besteht überhaupt keine Freundschaft, wenn Kontroversen unüberbrückbar werden. Und nie würde ich an Freunden "hängen", die permanent gegen meine Prinzipien sind oder handeln (das betrifft insbesondere Nazis, Mobber, Hasser und Menschenrechtsverletzer). Es ist immer gut, wenn man mit Freunden gemeinsam für oder gegen eine Sache kämpft. Eine gemeinsame Basis, verwandte Seelen zu haben, ist m.E. unabdingbar für eine Freundschaft. Nur so kann sie überdauern. Wir beide sind/waren ja auch nicht immer einer Meinung, aber im großen Ganzen tendiere ich nach einiger Überlegung politisch mehr zu Deiner Auffassung als zu allen anderen Äußerungen, die hier abgegeben wurden bzw. werden, weil nur auf demokratischem Wege eine gerechte Lösung (friedlich und ohne Blutvergießen) aller Probleme auf diesem Erdball zu bewältigen ist. Diskussionen unter Freunden sind durchaus geeignet, Freundschaften zu erhalten. Spontan, sprich unüberlegt - und insbesondere verletzend sollte Kritik keinesfalls sein, darin stimme ich Monika zu. Klare, behutsame Worte sollten ankommen (selbstverständlich auch bei mir), anderenfalls wäre Freundschaft nur eine Farce.

Liebe Grüße,
Annelie

10. Mär 2018

Liebe Annelie, ich danke DIR für Dein ausführliches Eingehen auf das Thema meiner Verse. Ich habe während des Dichtens sogar an Dich gedacht, was Du so erlebst mit Deinen Nachbarn, ich habe es an anderer Stelle gelesen, erschreckt mich, passt in die Schublade, dass gemobbt wird, wer Courage zeigt. Man muss sich eine gewisse innere Abwehrhalltung und Schutzhülle zulegen, damit man sich nicht tyrannisieren lässt, aber trotzdem zur richtigen Zeit die richtigen Worte klar und deutlich ausspricht. Das ganze Leben - ein Training im Umgang mit den lieben oder weniger lieben Mitmenschen ... ein ewiger Eiertanz.
Dir einen RUHIGEN Abend.

Liebe Grüße - Marie

10. Mär 2018

Ein pauschale Lösung existiert hier offensichtlich nicht -
Ganz spontan entscheidet sich oft, ob man schweigt oder spricht ...

LG Axel

10. Mär 2018

Paulasche Lösungen - gibt es wohl nie.
Was zählt, ist der Ton, die Wortmelodie ...

Liebe Grüße und danke -
Marie

10. Mär 2018

Sehr spannend,
die Gespräche mit euch,
ich habe dazu gelernt,
danke.

11. Mär 2018

Eine Meinung haben und sie aussprechen ist wichtig und richtig. Natürlich macht der Ton die Musik und nicht jeder
Gegenüber ist gleicher Meinung. Auch schafft man sich nicht immer Freunde, aber Respekt. Und an dem fehlt es meines Erachtens nach, liebe Marie, schon sehr auf der Welt ...

Herzliche Grüße in deinen Sonntag
Soléa

11. Mär 2018

Ja, liebe Soléa., freie Meinungsäußerungen basieren
immer auf gegenseitigem Respekt, und ich gebe Dir
Recht, daran fehlt es überall auf der Welt ...

sei herzlich gegrüßt, Marie