Wasser fließt zum Wasser

von Willi Grigor
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Der Bach kommt vom Wald her, mit Plätschern und Eilen,
versteckt sich geschickt in dem See.
Hier will er, zusammen mit Fischen, verweilen,
er ist jetzt ein Bach nur in spe.

Am Auslauf des Sees geht er wieder auf Reise,
hier wird er ein reißender Bach.
Sein Wasser umspült große Steine im Kreise
mit klingendem Rauschen, nicht Krach.

Er folgt seiner Route, kennt all ihre Bogen,
zeigt selten sein stilles Gewand.
Die hüpfenden Wellen sind winzige Wogen,
mit denen im Meere verwandt.

Der Bach wird stets breiter, vereint sich mit vielen,
wird schließlich ein mächtiger Fluss.
Viel größere Wellen im Flussbett jetzt spielen,
bis hin zu dem endlichen Schluss.

Die Kraft der Natur und ein göttlicher Wille,
es war so von Anfang gemeint:
Das Wasser der Erde, im Rausch oder stille,
sich mit Wasser der Meere vereint.

© Willi Grigor, 2016
Natur

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Kommentare

02. Apr 2016

Alle Achtung Alfred, du bist ein aufmerksamer Leser!
Nehmen wir an, dass es meernahe Bäche gibt, die direkt ins Meer fliessen.
Ich habe zwei andere Wasser-Gedichte, wo die Flüsse berücksichtigt sind. "Abwärts vorwärts" liegt hier vor. Es endet so:

Tropfen, Rinnsal, Bach und Bächlein
vereinen sich zu einem Fluss,
welches findet in ein Meer rein,
und die Reise ihren Schluss.

LD
Willi

02. Apr 2016

Eine poetische Betrachtung des Wassers. Schön. Mit tiefem Naturempfinden.
LG Monika

03. Apr 2016

Deine Wertschätzung freut mich.
Noch einen schönen Sonntag.
LG
Willi