Erlösung und Vergänglichkeit

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Vergänglichkeit als zarte Ahnung,
für uns zur dauerhaften Mahnung,
verbunden mit dem Graus-Gefühle,
dass Tod mit Leben gleichsam spiele,
und nie dem Drange nachzugeben,
stets aus dem Füllhorn nur zu leben.

Doch Missgunst macht uns auch nicht reicher
(es gibt noch keinen Lebens-Speicher).
Allein der Mensch lebt voller Sorgen
an eines dräuend Schicksals Morgen,
alleine er denkt mit Bedauern
an alte Freude, altes Trauern –

dabei lebt „heute“ er, im „Jetzt“ –
was morgen schon ihn neu entsetzt,
denn all sein Planen und sein Streben
ließ ihn doch nie das Glück erleben,
das zu erreichen er sich quält,
und das zum „Glücklichsein“ ihm fehlt.

Der Mensch, der sich um alles sorgt,
hat seine Zeit auch nur geborgt,
die 3 Sekunden Gegenwart,
auf die unser Bewusstsein starrt,
bloß weil wir nie, bevor wir starben,
des Lebens Lust erfahren haben.

Für uns bedeutet Tod „Verwesung“,
in Wahrheit bringt er uns Erlösung.

© noé/2018

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Kommentare

06. Feb 2018

So, wie es noé trefflich schildert, ist es oft: Statt Lust,
bringt uns das Leben Winterfrost und Frust.

LG Annelie