Februarmorgen

von Marie Mehrfeld
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Noch liegen meine Tage halb im Dunkel,
noch stehen die Bäume schwarz und still
und hüten ihre Knospen wie im Schlaf;
doch sieh nur die frühe Sonne, wie sanft

sie den Atem streichelt, wie sie den Reif
auf meinem Kopf summend zersägt und
mir das Herz auftaut mit ihrem Glänzen,
auf dass es trunken klopft und hüpft, als

ich knie inmitten der noch leeren Beete
mit geschlossenen Augen, die das Lächeln
nicht verlernt haben in jenen sternlosen
Nächten des Winters; es hängt ein kalter

Hauch in alten Kleidern; indes, es muss
sein, am siebenten Februarmorgen hebe
ich endlich die nasse schwere Erde auf,
und ich knete sie mit zärtlichen Fingern.

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[numberofpages] Seiten / Taschenbuch
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Interne Verweise

Kommentare

08. Feb 2020

Zwanzigzwanzig; welch ein Jahr,
Wünsche werden vielleicht wahr …

LG mit Dank zurück - Marie

07. Feb 2020

Gewintertes ist wahrlich nicht immer einfach auszuhalten, liebe Marie, vor allem wenn der kalte Hauch der alten Kleider seins dazutut. Doch wenn trotz alledem die Augen nicht verlernen zu lächeln, gelingt es fast mühelos auch schwere nasse Erde singend zu kneten.

Deine Zeilen berühren mich sehr, liebe Marie, und ich erfeue mich an ihrer Schönheit und Magie. :)
Vielen Dank für dieses wunderbare Geschenk.

Alles Liebe
Ella

08. Feb 2020

Du hast eine ganz besondere, unverkennbare Sprache, liebe Ella, die ich bewundere.
Danke für Deine lieben Worte.

Sei herzlich zurück gegrüßt -
Marie

08. Feb 2020

Ich grinse breit und ausdauernd, was du da treibst und wie du es sagst, liebe, erdzärtlichverbundene Marie! Das gefällt mir freilich sehr!
LG Uwe

08. Feb 2020

Ach, lieber Uwe, wie Du es wieder sagst –
grinsend und mit Augenzwinkern - danke dafür!

Sehr liebe Grüße zurück zu Dir - Marie

08. Feb 2020

Hihi, das begeisterte Anerkennen war jedoch keeeineswegs mit Augenzwinkern, liebe Marie.
LG Uwe

08. Feb 2020

Da ist sie wieder die Sehnsucht nach Licht und Sonne und wir schauen und suchen nach den grünen zarten Vorboten, die sich Filigran aus dem Erdreich trauen.

Liebe Grüße - Jürgen

09. Feb 2020

„Die filigran sich aus dem Erdreich trauen“, wie schön gesagt; Frühling kommt bald - und mit ihm die Hoffung auf junges Werden, auf neue Lebensfreude … danke für Deine Worte, Jürgen.

Liebe Grüße - Marie

08. Feb 2020

Ein schönes, an die Zukunft gewandtes Gedicht.
Berührend.

Herzliche Grüße
Willi

09. Feb 2020

Wenn Dich mein Hoffnungsgedicht berührt, freut mich das ganz besonders, Du hoch geschätzter Poet Willi …

sei herzlich gegrüßt - Marie

08. Feb 2020

Das nahezu Unaussprechbare sprechen, die Kälte in die eigenen Klamotten aufnehmen, das FRÖSTELT. Unwirklich - wirklich.
HG Olaf

09. Feb 2020

Danke, Olaf. Ja, die kalten alten grauen Wintermäntel werden in der Mottentruhe verstaut, da mögen sie verrotten und zerfallen.

Sei herzliche gegrüßt -
Marie

08. Feb 2020

... es ist dieses Bild von der nassen schweren Erde, die zärtlich mit den Fingern geknetet wird, welches die dunkle Schwere des Winters überwindet und schöpferische Energie wieder erwachen lässt. Eindringlich und mitnehmend, liebe Marie, sind Deine Verse.
LG Ingeborg

09. Feb 2020

Das hast Du, wie stets, ganz besonders schön formuliert, ich danke Dir dafür, liebe Ingeborg und wünsche Dir einen guten Sonntag - und nimm alle losen Gegenstände vom Balkon, damit der Sturm Sabine sie nicht auf und davon trägt!

HG zurück zu Dir - Marie

08. Feb 2020

...und sie ist mitnichten unter Schnee verborgen, warm kommt er daher,
dieser neue Februar...

LG Yvonne

11. Feb 2020

Ja, viel zu warm kommt er daher, daran müssen wir uns leider gewöhnen;
danke und LG zurück zu Dir -

Marie