Stadt im Winterkleid

von marie mehrfeld
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Ausgestorben sei er, hieß es,
jener Herr mit Kälte, Schnee,
doch heut’ früh, mit aller Macht,
rein und weiß wie eh und je
kam ganz heimlich in der Nacht
weiße Pracht, so weit ich seh’,

lasse sie mir nicht vermiesen,
meine Großstadtwinterzeit,
freue mich, es ist so weit,
endlich hat’s bei mir geschneit,

lauf nach draußen, nur nicht hetzen,
atme tief, ich will’s genießen,
Schritt für Schritt gemächlich gehen,
will die ersten Stapfen setzen,
Vogelkrallenspuren sehen,

Dächer tragen weiße Hauben,
bin zum Staunen gern bereit,
schau umher, kann’s kaum glauben,
meine Stadt zur Winterzeit,

weiße Mützchen überall,
Winterpelz verschluckt den Schall,
und ich denk’, durchaus beglückt,
Schnee hat meine Stadt geschmückt,

grade ist’s so herrlich hell,
doch ich weiß, es wird nicht dauern,
Winter schwindet stets so schnell,
werd’ jedoch deshalb nicht trauern,
denn die ganze weiße Pracht
war für eine Nacht gedacht.

Jetzt wird Salz gestreut, geräumt,
hab’ wohl nur vom Schnee geträumt ...

Quelle: Pixabay, bearbeitet

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Kommentare

Detmar Roberts
08. Jan 2017

Dein Stadtwintergedicht gefällt mir, bei mir im Norden hat es viel mehr geschneit, der Schnee liegt noch, sieht malerisch aus, das ist der Vorteil, wenn man auf dem Land lebt ... dichte weiter, Marie,
Grüße D.R,

08. Jan 2017

Bei uns ist er jetzt wieder ganz verschwunden, schade. Ich lebe aber trotz Schneemangels gerne in meiner großen Stadt. Genieße deinen Schnee, Detmar, schnall die Langlaufbretter an, wenn du hast und kannst, bis bald vielleicht,
LG Marie

Detmar Roberts
08. Jan 2017

muss gleich nochmal schreiben, denn du hast es gut geraten, werde mir meine Bretter unterschnallen und über die Felder ziehen, wie gut, dass es Sonntag ist, sei gegrüßt,
D.R.

09. Jan 2017

Das ist sehr schön, liebe Marie. Hier bei uns am Niederrhein schneits nur spärlich, hier ist jede Flocke eine Sensation. Ich wünsche dir schöne Winterträume..
lg Anouk

09. Jan 2017

Diese Träume wünsche ich dir auch, liebe Anouk, grade wurde eine neue Kältewelle angesagt, dann schneit's vielleicht auch am Niederreihn ...
LG Marie

Oliver Hartmann
06. Nov 2017

Liebe Marie!

Für meine Weihnachtskarte war ich auf der Suche nach
einem kleinen Gedicht zu meinem Artwork.
Auch zum Thema, wo bleibt der Winter...

Da würde die erste Strophe sehr gut passen.

Darf ich es wohl verwenden?

Liebe Grüße!
Oliver

07. Nov 2017

Sehr gerne, Oliver, ich verschicke oft Gedichte,
die ich mag, an Freunde oder Verwandte -
immer mit Namensnennung.

Liebe Grüße - Marie

Oliver Hartmann
08. Nov 2017

Prima, danke Dir!
Darf ich dein Geburtsjahr und -ort nennen?
Das ist „lebendiger“.

Wenn ich Deine Adresse hätte, bekommst Du natürlich auch ein Karte. ;-)
Ehrensache!

LG!O

08. Nov 2017

Wie wohltuend. Wieder einmal wie ein Kind, ohne Vernunftbremse, hinschauen und die weiße Winterpracht genießen. Und wenn es nur für einen Augenblick gelingt. Das ist es wert. Danke für das schöne Gedicht.

LG Monika

Oliver Hartmann
09. Nov 2017

Prima, danke Dir!
Darf ich dein Geburtsjahr und -ort nennen?
Das ist „lebendiger“.

Wenn ich Deine Adresse hätte, bekommst Du natürlich auch ein Karte. ;-)
Ehrensache!

LG!O

09. Nov 2017

Danke, liebe Monika - auch, wenn ich an Schnee noch nicht denken mag, fühle mich noch ganz herbstlich.

Liebe Grüße - Marie

Oliver
09. Nov 2017

Richtig so, aber auch schade.
Danke nochmal für die tollen Zeilen.

LG!O

03. Dez 2017

Das ist eines der schönsten Winter(Schnee)gedichte, die ich je gelesen habe, liebe Marie. Danke dafür.

Liebe Grüße,
Annelie

24. Mär 2018

Danke, liebe Annelie. dein Lob freut mich. Der seltene "Herr Winter" hat sich grade in meiner Umgebung ausgebreitet, weiße Häuibchen überall, Kinder bauen Schneemänner ... und ich hoffe, ER bleibt uns ein, zwei Tage erhalten.
Liebe Grüße - Marie