Meine Rose I

von Robert K. Staege
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Was lässt Du denn Dein Köpfchen hängen,
anstatt lichtwärts empor zu drängen,
auf dass Du Richtung Sonne schaust?

Ach, darum strebst Du nicht nach oben,
weil Dir der Winde raues Toben
so forsch durch alle Blätter saust‘!

Der Sturm, ich hab‘ es jetzt erblickt,
hat Deinen Blütentrieb geknickt,
hat wüst im Garten hier gehaust.

Nun wippst Du traurig mir entgegen.
Gern will ich Dich noch weiter pflegen,
da Dich der Tobewind gezaust.

Die letzten Tage sollst Du mir
im Hause sein, weil sicher hier
kein ungestümer Sturm mehr braust.

Es mögen lang noch Deine Gaben,
die Schönheit und der Duft, mich laben,
bis Du des Daseins Ende schaust.

Das Ende steht uns stets im Lose,
noch lebst Du, und bist meine Rose,
auch wenn uns vor dem Tode graust.

Geschrieben am 31. Oktober 2017

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