Yin und Yang

von Soléa P.
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Alle Waffen sind gestreckt,
geleckt die letzte Wunde.
Ein Hoffnungsstreifen am Horizont,
gekrümmt, vom Ach und Weh –
viel Elend hat die Welt gesehen.

Aus dem Nichts schält sich die Sonne,
vorsichtig, mit müdem Licht.
Streckt ihre langen Fühler aus –
traut dem ganzen Zauber nicht.

Beäugt skeptisch, was um sie geschieht,
es riecht nach Tod und Rauch.
Blicke – weiterhin getrübt,
dem Frieden, völlig misstraut.

Strahl um Strahl taste sie sich voran,
hell wird es Stück für Stück.
Leuchtet argwöhnisch alles aus –
immer nach vorne ... bloß nicht zurück.

Und dort, wo sie war, übernimmt der Mond,
mit unzähligen Sternen im Gepäck.
Ebbe und Flut sind wie Yin und Yang,
haben strotzende Kräfte aufs Neue entdeckt.

Nun dreht und plätschert wieder alles im Lot,
der Tag freut sich auf die Nacht.
Am Himmel zeigt sich ein Feuerrot,
kein Mensch hätt' das, zu Lebzeiten, gedacht …

Bild: Pixapay, verändert.
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Interne Verweise

Kommentare

13. Jan 2019

Der Natur und der Erde, sind wir bald egal,
ich nenn es mal so radikal!

Liebe Grüße
Soléa

10. Jan 2019

Die Regeln des Yin und Yang, Tag und Nacht, Ebbe und Flut, Kommen und Gehen, diese sich wechselseitig bedingenden Gegensätze bleiben auch dann erhalten, wenn wir uns selbst ausgerottet haben werden, bestimmen auch das Leben der Erdenbewohner, die nach uns kommen, es sei denn, wir hätten es geschafft, den Planeten dauerhaft unbewohnbar zu machen …

das lese ich aus Deinem heutigen Gedicht, liebe Soléa,
liebe Grüße - Marie

13. Jan 2019

So ist es, liebe Marie, wir kriegen die Erde noch klein. Egoismus, Bequemlichkeit, Macht und Geld, unser wirkliches Yin und Yang, sorgen schon dafür.

Sei herzlich gegrüßt
Soléa

10. Jan 2019

Liebe Soléa, ich möchte mich Maries Worten uneingeschränkt anschließen und: Das ist wirklich in sehr gutes Gedicht, überlegt und gut gelungen.

Liebe Grüße,
Annelie

13. Jan 2019

Das freut mich Annelie, danke! Meine Meinung, als Kommentar bei Marie, übertrage ich indirekt, hier her.

Liebe Grüße
Soléa

10. Jan 2019

... beide Kräfte/ Gegensätze schaffen die Balance, das Lot, welches alles erhält. Spannend verdichtet, auch Farbe u. Motiv des Fotos unterstreichen Dein Gedicht, liebe Solea.
LG Ingeborg

13. Jan 2019

Danke liebe Ingeborg, die Gegensätze in der Natur ergänzen sich, irgendwie. Der Gegensatz zwischen Mensch und Erde leider gar nicht (mehr)… wie man deutlich erkennen kann.

Sei lieb gegrüßt und einen gemütlichen Sonntag
Soléa