Der Lauf

von Maik Kühn
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gelöst durch reichlich mäßig schwache Brisen
entschwebt ein Laubblatt dem knorrigen Riesen
landet dann wohlig weich auf silbernem Haar
gebettet inmitten bunter Menschenschar

lauter Knall, verzogen ist der Pulverdampf
geschnürte Schuhpaare ziehen in den Kampf
kleines Blatt, es schimmert farblich gelb und rot
rutscht hinab, vor Augen schon den bittren Tod

salzige Tropfen schlüpfen aus den Poren
werden als Lebensretter auserkoren
sie verhindern nicht nur die drohende Rast
denn an der Stirn gut haftet der fremde Gast

jetzt zärtlich gehalten mit sicherer Hand
neu definiert als des Sieges Unterpfand
beflügelt nach vorn mit schnelleren Schritten
eilt er an die Spitze, ohne zu bitten

der Boden scheint zäh, schwer werden die Beine
an ihm vorbei ziehen Orangenhaine
sieht am Horizont das verstorbene Weib
spürbar schmerzt die Brust, dennoch frohlockt der Leib

die Zielschwelle, eine magische Pforte
dahinter vereint am himmlischen Orte
schauen beide hinab auf seine Knochen
es ruht ein Blatt, wo einst das Herz tat pochen

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