Das Schönste

von * noé *
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Kürzlich hab ich an meine Kindheit gedacht,
Situationen gesucht, die mir Freude gebracht.
Als Erstes fiel mir der Sonnenschein
eines ruhigen Sommertages ein,
und ich, von blühenden Blumen umgeben,
als Mittelpunkt von allem lebenden Leben,
träge summt eine Nachmittagsbiene,
als wenn sie nur der Akustik diene,
ich halte ein Katzenkind auf dem Schoß,
Spatzen tschilpen in meinem Erinnerungsschloss,
es herrscht ein allgemeiner Hintergrundfrieden
und nichts kann mein Wohlbefinden trüben …

… ich stehe am Deich und schau auf die Wellen,
die mir lebhaft von ihren Zielen erzählen,
die sie erwarten in dem weiten Meer,
ich lausche und ich wünsche mir nichts so sehr,
als mit ihnen einfach fließen zu können,
denn ich spüre in mir eine Sehnsucht brennen,
und weiß nicht, wonach, denn ich bin noch ein Kind,
für das Türen sperrangelweit offen sind:
Ich kann alles werden, und ich kann alles sein –
was genau, fällt zu dem Zeitpunkt mir gerade nicht ein,
nur besser und schöner, das ist schon mal klar …
und Wind zaust spielerisch in meinem Haar ...

… unterm Dach hatte meine Oma ein Zimmer,
dort verbachte ich meine Ferien immer,
ein Raum nur für mich, was kann schöner sein!,
denn sonst hatte ich nichts für mich allein,
ich konnte weit über die Dächer sehn
und konnte, wann es mir passte, erst aufstehn,
unten bei ihr stand mein Frühstück bereit,
egal, zu welcher Vormittagszeit,
der Tisch war immer fein gedeckt,
nicht allein darum hat’s mir bei ihr geschmeckt,
so, wie ich war, hat sie mich immer geliebt.
Für ein Kind das Schönste, was es gibt …

© noe/2017

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