Unter Menschen ...

von Annelie Kelch
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Vor meinem Fenster zerfällt
der Tag in tausend Scherben.

Blauer Abend tropft leis ...
trägt dunkle Gedanken ins Zimmer.

Ich beginne ein Gespräch mit mir selbst.
Auf viele Fragen weiß ich keine Antwort;
sie lösen sich oft ganz von allein.

Einige lehren mich das Fürchten,
andere machen mich traurig;
ich streife sie nur mehr am Rande.

Aber sie wecken mich oft in der Nacht
und verlangen nach einer Replik.

Ich bemühe mich, allen gerecht zu werden,
befrage mein Herz auf Ehr und Gewissen,
wühle in den Tiefen meiner Seele:

Erkenntnisse kommen ans Licht …
Wünsche, die im Dunkeln blieben,

würde man stets unter Menschen weilen,
denen man rückhaltlos vertrauen kann.

Variationen: digital, aus einem einzigen Bild entstanden, copyright: anne li
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Kommentare

14. Dez 2018

Manche Fragen MUSS man stellen -
Machen sie auch seelisch Dellen ...

LG Axel

14. Dez 2018

Menschen, unaufrichtig, die im Hinterhalt agieren ...
Neben denen muss man frieren.

LG Annelie

14. Dez 2018

Allen und allem gerecht werden kann man nicht, liebe Annelie, auch, wenn man es immer wieder (vergeblich) versucht, und würde man stets unter Menschen weilen, denen man rückhaltlos vertrauen kann, dann wären wir ins Paradies zurück gekehrt. Poetisch zum Ausdruck gebrachte Gedanken, die ich teile.
Liebe Grüße - Marie

14. Dez 2018

Danke, Marie. Ich dachte auch an Kinder, die ihren Eltern, aus welchen Gründen auch immer, nicht rückhaltlos vertrauen können. Es gibt viele Gründe dafür. Eltern haben es oft sehr schwer, und Kinder werden dann von vielen Fragen geplagt. - Ich meine, wahren Freunden sollte man rückhaltlos vertrauen können.

Liebe Grüße,
Annelie

14. Dez 2018

Lebensweise und lebenserfahren spricht Dein nachdenkliches Gedicht mich an, liebe Annelie. Ja, das wäre was, nur unter Menschen leben, denen man rückhaltlos vertrauen kann.
Deine bildnerischen Variationen ergänzen die Textaussage gut. LG Ingeborg

14. Dez 2018

Danke, liebe Ingeborg, für Deine guten, ergänzenden Zeilen. Ich freue mich auch sehr, dass Du die "Variationen" erwähnst. Die waren nämlich nicht unbedingt leicht zu erstellen. Es hat beinah zwei Stunden gedauert, bis ich mit meinen Zeichenprogrammen etwas derartig Zartes mit verschiedenen "Mustern" zustande gebracht hatte.

Ganz liebe Grüße zu Dir und
ein wunderschönes Wochenende,

Annelie

14. Dez 2018

Deinen Wunsch, Menschen rückhaltlos zu vertrauen, kann ich nur allzu gut nachvollziehen, liebe Annelie. Das Paradies auf Erden, eine wunderbare Vorstellung, die, sehr wahrscheinlich, im Reich der Wünsche verhaftet bleibt.
Vielen Dank für dieses wunderschöne Gedicht, das zum Nachsinnen einlädt :)

Herzliche Abendgrüße,
Ella

14. Dez 2018

Es ist ja so, Ella, Kinder, die ihren Eltern rückhaltlos vertrauen können, vertrauen auch anderen Menschen eher. Deshalb ist es sehr wichtig, dass Eltern ihre Kinder davor warnen, Fremden, aber auch Bekannten, rückhaltlos zu vertrauen, sondern wachsam zu bleiben. Aber auch Kinder, die ihren Eltern nicht rückhaltlos vertrauen (können) und sehr einsam sind, gehen mit Fremden mit, die ihnen (zum Schein) viel Aufmerksamkeit schenken. Es ist ein weites Feld mit dem Vertrauen. Man kann ja noch nicht mal auf Gott vertrauen und sollte sich als Frau nicht mehr auf einsame Wege begeben, sobald es dunkelt. Ist das nicht traurig, liebe Ella?

Danke für Deinen lieben Kommentar und auch Dir
ein wunderschönes Wochenende,

Annelie

15. Dez 2018

Ach, du liebe arme - und ach so reiche, sowie die Welt bereichernde Annelie!
LG an dich
Uwe

15. Dez 2018

Lieber Uwe, danke für Deinen lieben Kommentar, aber ich darf Dich beruhigen: Ich fühle mich weder in finanzieller noch in gefühlsmäßiger Hinsicht "arm", ganz im Gegenteil. Arm würde ich mich tatsächlich fühlen, wenn ich nicht mehr lesen und/oder schreiben könnte. Und obwohl ich abends zur Entspannung gerne in die Röhre schaue, hätte ich meinen Fernseher in spätestens drei Tagen vergessen, sollte er mir abhanden kommen.

Liebe Grüße und ein schönes Wochenende,
Annelie

16. Dez 2018

Hallo Annelie,
ich kann mich in deine Bilder gut hineinversetzen, läuft mein innerer Gedankendialog doch unentwegt, manchmal sogar bis in die Träume.
Wahre Freunde sind in einer zunehmend egoistischer werdenden Welt wichtige Anker, um sich nicht auf dem Meer der Gleichgültigkeit zu verlieren. Mit ihnen an unserer Seite können wir uns getrost den täglichen Herausforderungen stellen.
In diesem Sinne weiterhin eine gute Zeit und LG
Manfred

17. Dez 2018

Hallo Manfred, Dein Kommentar hat mir sehr gut gefallen. Der innere Gedankendialog ... auch bei mir ist der ständig aktiv und beeinflusst meine Träume ganz ungemein. Es ist nicht so einfach, wirklich gute Freunde zu finden. Meist trifft man sie unter Gleichgesinnten. In der Jugend schließt man leichter und schneller Freundschaften. Manche halten bis über den Tod hinaus. In meinem ganzen bisherigen Leben habe ich nur drei Frauen "gefunden", "getroffen", mit denen ich mir eine lebenslange Freundschaft hätte vorstellen können.

LG und Dir eine schöne Woche,
Annelie