Lob der Sonnenblume

von marie mehrfeld
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als Abbild des Sonnengotts warst du verehrt,
doch bist du auch heute noch hoch begehrt,
hilfst uns, das Graue des Tags zu entrücken,
birgst Sommer in deinem samtigen Blicken,
den Aufstieg ins Licht, das Glück wieder hold,

so bist du umsponnen von wonnigem Gold,
du lässt mich hoffen, du lässt mich staunen,
und wenn ich still bin, hör ich dich raunen –
‘schütte Freude ich dir in die Seele hinein,
dann halte sie fest und schließ’ sie tief einʹ;

selbst in der Vase, da leuchtest du weiter,
an Regentagen, da stimmst du mich heiter,
lässt Liebe mir fließen ins bange Herz, und
wenn ich dich lasse, heilst du den Schmerz,
den ich fühle, wenn ich verunsichert bin,

ich hoffe, du schenkst dem Leben den Sinn
und lehrst mich, in neuer Sprache zu sprechen,
die Schatten der tristen Gedanken zu brechen,
das Trauerkleid dunkeler Stunden verstehen,
um das Dasein im hellen Licht nur zu sehen …

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Kommentare

18. Aug 2019

Wenn ihre Köpfe bald sich senken –
dann gilt es, an den Herbst zu denken …

LG mit Dank zurück - Marie

17. Aug 2019

Ich glaube fest daran:
Gute Gedichte wie dieses können
"Schatten der tristen Gedanken brechen" -
und sei es auch nur für eine kurze Zeit.

Herzliche Grüße
Willi

18. Aug 2019

Danke, Willi; ja, sie sind Stimmungsaufheller und können dunkle Gedanken vertreiben …

Herzliche Grüße zu Dir - Marie

17. Aug 2019

Lob der Sonnenblume...
Lob der Marie! Für Marie, selbst von der Sonnenblume.
Und vom Bodendecker Ewu.
Liebe Grüße an dich

17. Aug 2019

(...) schütte Freude ich dir in die Seele hinein, dann halte sie fest und schließ sie tief ein", Aussagen, die für mich sehr nachfühlbar sind, denn von diesen blühenden Sonnen scheint eine wunderbare, heilsam versöhnende Kraft abzustrahlen, die auch das "Trauerkleid dunkeler Stunden" verstehen hilft; wie wahr.
Herzliche Grüße schickt Dir, liebe Marie, Ingeborg

18. Aug 2019

Liebe Ingeborg, sei bedankt für Dein zugewandtes Eingehen auf mein Sonnenblumengedicht, ist eine Seelenstreicheleinheit; Dir einen wunderschönen Sommersonntag -

mit herzlichem Gruß - Marie

18. Aug 2019

SIE ist eine ganz besondere Blume und hat jede poetische Würdigung verdient. Ihr botanischer Name Helianthus annuus leitet sich von den griechischen Wörtern helios - Sonne und anthos - Blume ab. Für die Inkas war „sie“ das Abbild des Sonnengottes, auch die Azteken haben sie als ein Symbol für Licht und Leben verehrt. In meinem Vorgarten stehen vier stolze Exemplare ihrer Spezies und strahlen mich an. Liebe Sonntagsgrüße!

D.R.

18. Aug 2019

Danke für die interessanten Erläuterungen, lieber Detmar; und herzliche Grüße an Deine vier Sonnenblumenfreundinnen im Vorgarten, mögen sie noch lange blühen ...

Herzliche Grüße zurück - Marie

18. Aug 2019

Der liebe Gott hat sich bestimmt was gedacht,
wenn die Sonne auch als Blume lacht.
Laben werden wir uns an ihr
und dein Gedicht über sie, macht viel plaisir …

Sei lieb gegrüßt
Soléa

18. Aug 2019

Danke für das fröhliche Rückgedicht, liebe Soléa, sei ganz herzlich von mir gegrüßt - mitsamt Deiner Tochter!

Marie

18. Aug 2019

Als ich diese Verse lass, erinnerten sie mich an meinen Einsatz in Bulgarien; die vielen endlosen Sonnenblumenfelder.
Abgesehen davon, dass sie uns den Sommer so anschaulich vermitteln, geben sie uns ihre Frucht: Kerne und Öl für Mensch und Tier.

Liebe Grüße

Jürgen

18. Aug 2019

Stimmt, Jürgen, diese Sommerblumen ernähren uns auch und sind selbst auf großen Feldern ein strahlender Anblick. Besonders eindrucksvoll ist es aber, (nicht nur …) ihnen einzeln zu begegnen, meine ich.

Liebe Grüße - Marie