über Horizonte hinaus

von marie mehrfeld
Mitglied

unter meinem Baum sitzend, eingeritzt in die vom Alter zerfurchte Rinde die Namen derer, die zu uns gehörten in Zeiten heller Gesänge, zerbrechlicher Träume,

Gefühle ziehen Bahnen in banger Erwartung gespiegelter Phantasien, nicht fassbare Ewigkeiten erlebter Glücksmomente, zitternd unter den Augenlidern, gestreichelt

von üppiger Samtigkeit gestriger Worte, an menschenleeren Uferpfaden unter steilen Felsenklippen sehe ich Wege, sich windend über Horizonte hinaus in die einsame

Vergessenheit, nun, da die Mitte hinter mir liegt, sehnt sich die Seele nach den Utopien des Unvergänglichen, den Abendstunden im Licht tanzender Halbschatten, gefilterten

Sonnenstrahlen unter halbdichten Blätterdächern, ohne Anfang und Ende, Illusionen, bunt wie das Leben, und immer noch hoffe ich, die Zeit mit uns, sie war Wirklichkeit

Foto: Pixabay, bearbeitet

Buchempfehlung:

92 Seiten / Taschenbuch
EUR 9,50

Interne Verweise

Mehr von marie mehrfeld online lesen

Kommentare

19. Mär 2018

Könnte ich über den Horizont blicken -
würde ich Grüße ins Jenseits verschicken ...
so aber bleib' ich im Diesseits kleben
und führe hier mein banales Leben …

mit Gruß und Dank
Marie

19. Mär 2018

Gefühle - glückliche Momente, einsam auch, von Anfang bis zum Ende und vergessen,
war jene Zweisamkeit nur Illusion - ? Kann man die Wirklichkeit denn überhaupt korrekt ermessen?

Ein wunderschönes Gedicht, liebe Marie,

Liebe Grüße,
Annelie

19. Mär 2018

Nein, das kann man nicht wirklich,
doch mit Worten kann man es versuchen,
Danke für Deine lobenden Worte, liebe Annelie,
sie tun gut in der frühen Abendstunde ...

liebe Grüße - Marie

19. Mär 2018

Liebe Marie, Deine poetischen Denkanstöße sind, wie stets, reich an phantastischen Bildern. Das Wandern durch Deinen Wortreichtum regt an. Dafür ein Dankeschön.
Denkbar, dass jeder Mensch in seinem Kopf eine unverwechselbare, ganz eigene Wirklichkeit kreiert. So wird auch ein geliebter Partner ganz individuell reflektieren.

LG Monika

19. Mär 2018

Dass jeder Mensch in seinem Kopf eine unverwechselbare, ganz eigene Wirklichkeit hat, halte ich auch für sehr wahrscheinlich. Man spürt, wenn es gemeinsame Schnittmengen gibt, meine ich. Danke für Dein zugewandtes Eingegen auf mein Gedicht, liebe Monika.

Liebe Grüße - Marie

20. Mär 2018

Irgendwie, liebe Marie, fühle ich mich beim lesen deiner Zeilen geborgen, vor allem die letzte Strophe hat es mir angetan ...!

Herzliche Grüße
Soléa

21. Mär 2018

Danke für Deine Worte, liebe Soléa,
"sich geborgen fühlen oder in sich ruhen" -
das ist der Zustand der Gelassenheit, den
man sein Leben lang sucht, aber nur selten findet ...

Sei herzlich gegrüßt - Marie