Himmel in Love

Bild von Annelie Kelch
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Himmel in Love

Bleu-Gespinst, verliebter Verschwender, fortgeschenkt sind Meere, Flüsse, Seen,
Ebbe & Flut. - Morgengabe? - Wem? - Eislieb? Quelline? Schäfchen?,
dem segelnden Gewölk (dein wetterwendischer Harem)?

Ach, trutzig noch Deiche Tritt gewährend Hauke auf fliegendem Schimmel;
Hauke, Liebender, seit Jahrhunderten Elke nachstürzend, Hauke, bleich,
Nachtmahr, weiß nicht mehr, wohin; ich nicht, wer ich bin: tidenlos, dürstend,
tränenlosen Augs – landüber.

Lieg wach im finstren Gemach, während verliebtes Gewölb Cirrusgirls,
Cumulus-Teenies anschmachtet, mit Mond und Sternen prahlt,
Leuchtverbote erteilt.

Tagesgestirn gelbäugig zur gewohnten Stund' erglüht, unbeeindruckt vom
himmlischen Techtelmechtel über „Chimära“ brütend: Wrack auf rissigem
Schlamm des Hafenbeckens.

Auf Stenge und Ladebaum hockend: Möwen, staubbedeckt, durstig wie
meine Sippe, Schnäbel ins stumpfe Gefieder gebohrt, verstummt …
Einer aus Rungholt kreuzt die Mole, vermummt gegen Staub und Glut,
ließ nie was anbrennen der steigt in die Holk, Flüssiges aufzutreiben.

Durst, meine Kehle beizend, folgt ihm nicht, bleibt, wo er ist, wartet -
auf Regentrude; in meinem Atem röchelt schon Totes.
Himmel in Love!

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