WEG MIT BESCHNITTENEN WEIDEN (Arles, April 1889), nach einem Gemälde von Vincent van Gogh

von Annelie Kelch
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Kleiner Weg,
einsam, versandet;
Spuren, Rinnsale,
braun und türkis ins Ocker geschürft.
Grasstrünke, büschelweis, struppig, vor
Schatten werfender Ziegelwand in Zinnober.

Vis-a-vis Weidengehölz, kopflos;
rätselhaft Gelbes ‑ ins Grün geschmiegt,
das die beschnittenen Bäume säumt;
Huflattich? ‑ Strohblumen? ‑
Sonnenröslein ...?

Paar Schritte weiter, blau hinter scharfer
Kurve: Schuppen vor falbem Haus;
blassrotes Dach blickt auf
Ziegelmauer herab.

Linkerhand, von einzelnen Weiden
hofiert, schlängelt sich dunkel
ein Pfad durch den Wiesengrund.
Wohin der wohl führt ...

Fernab, hinter grünender Aue:
braunes Getürm auf vagem weißen Gehöft,
könnte ein Schornstein sein, raucht ...

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