Mucksmäuschenstill …

von Soléa P.
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Wenn Bäume schwarze Äste tragen,
die grotesk zum Himmel schreien,
drumherum kein Leben sich regt,
nur raschelnd und knackend sich was bewegt,
dann hält Kälte das Zepter fest in der Hand,
mit rauer Gewalt regiert sie das Land,
die Bären, sicher im Winterschlaf
und der Wolf – er reißt, ein letzte Schaf.

Natur kuscht vor dominanter Macht,
klirrend breit, bettet sich der Winter.
Schneegestöber bis hinein in die Stadt,
selbst die Sonne hat keinerlei Kraft –
die Königin der Wärme zu sein,
wahrt nicht einmal optisch mehr den Schein.

Mucksmäuschenstill ist es geworden
und die Nacht ergibt sich brav.
Ein Kauz warnt mit verhaltenem Rufen –
denn von irgendwo droht eine Gefahr –
Unholde stehen gespenstisch parat.

Und wieder ist es dieses Ganze,
was jedem Traum zu schaffen macht.
Und er sich windet wie eine Schlange,
fühlt sich im Geist hilflos gefangen …
kommt aus seiner Haut nicht raus,
weil er sich keinen Kampf zutraut.

Dunkel innen, dunkel außen,
trotz offener Augen keine Sicht.
Selbst Fantasien tun nicht viel taugen,
gaukeln kein, ach noch so schwaches, Licht
und doch, bezirzt das Skurrile mich …

Bild: © Soléa
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Kommentare

22. Jan 2019

Dein Winter-Bild hat durchaus Charme -
Da(s) macht sogar die Kälte warm ...

LG Axel

24. Jan 2019

Vom Winter zum Schlaf, da ist es nicht weit:
Kein Wunder, bei der Kälte, ermüdet man leicht …

Liebe Grüße
Soléa

22. Jan 2019

Der Winter hat wohl (s)eine große Kraft,
die Mensch und Tier zu schaffen macht.
Ihr seht es hier am Beispiel des Gedichts:
Soléa, die beschönigt nichts.

Liebe Grüße,
Annelie

24. Jan 2019

Schön war auch dein Kommentar –
Den ich sehr gerne las …

Liebe Grüße
Soléa

22. Jan 2019

Du beschreibst mit starken Bildern die dunkele Starre des Winters, ich empfinde es ähnlich, ziehe mich zurück in mein warmes Zimmer und schmökere …

liebe Grüße zu Dir - Marie

24. Jan 2019

Das ist gut, liebe Marie, einkuscheln und schmökern, vielleicht darüber einnicken und was schönes Träumen um wieder wach zu werden und weiter zu lesen …

Viele liebe Grüße
Soléa

22. Jan 2019

...als hättest Du die Stille , den Schrei des Kauzes, hier hörbar werden lassen, das "Skurile" das Dich bezirzt durch Deine
bildreiche Sprache sichtbar werden lassen. Starkes Foto.Sei
herzlichst gegrüßt, liebe Solea. Ingeborg

24. Jan 2019

Liebe Ingeborg, skurril ist die Welt, der Winter, der Mensch, ich, mal mehr mal weniger. Und doch, kann sich (fast) alles irgendwie sehen lassen …

Ich danke dir und grüße dich herzlichst
Soléa

23. Jan 2019

Im Dunkeln ist gut Zirzen -
auch das kann Leben würzen...

LG Alf

24. Jan 2019

Von Munkeln, hab ich auch was gehört,
auch das würde bestimmt niemanden stören …

Liebe Grüße
Soléa